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FDP: Kein Blankoscheck für Präsidenten-Kandidat Wulff

Joachim Gauck kandidiert für das Amt des deutschen Bundespräsidenten.
(c) REUTERS (FABRIZIO BENSCH)
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Aus den Reihen der FDP kommt Lob für Joachim Gauck, den Kandidaten der Oppoisiton für das Amt des deutschen Bundespräsidenten. Gegenüber Christian Wulff gibt es vor allem im Osten Bedenken.

In der FDP gibt es Sympathien für Joachim Gauck, der von SPD und Grünen als Kandidat für das Amt des deutschen Bundespräsidenten nominiert worden ist. Der sächsische FPD-Landesvorsitzende Holger Zastrow sagte der Zeitung "Welt am Sonntag", es gebe keinen Blankoscheck für den Kandidaten der schwarz-gelben Koalition, Christian Wulff. "Ich persönlich habe große Sympathien für Joachim Gauck." Beide Kandidaten für die Nachfolge von Horst Köhler könnten das Amt gut ausfüllen.

Auch der Fraktionschef der FDP im Landtag von Sachsen-Anhalt, Veit Wolpert, ließ Distanz gegenüber dem niedersächsischen CDU-Ministerpräsidenten erkennen. "Wir werden in der Fraktion darüber zu sprechen haben, ob wir trotz Bedenken mit Herrn Wulff leben können", sagte Wolpert. Er sprach von einer "massiven Verärgerung" darüber, dass die Länder von FDP-Parteichef Vizekanzler Guido Westerwelle nicht in die Entscheidungsfindung einbezogen worden seien.

Gauck ein Zeichen der Hoffnung

Die ehemalige FDP-Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten, Hildegard Hamm-Brücher, sagte dem Blatt: "Ich unterstütze Joachim Gauck, weil seine Kandidatur in unserer verunsicherten Demokratie in Ost und West auf jeden Fall ein Zeichen der Hoffnung gibt." Hamm-Brücher hatte 1994 kandidiert. Dadurch konnte der CDU/CSU-Kandidat Roman Herzog den SPD-Kandidaten Johannes Rau in der Bundesversammlung erst im dritten Wahlgang mit einfacher Mehrheit besiegen.

Der parteilose Gauck hat angekündigt, er wolle offensiv um Stimmen im christdemokratisch-liberalen Regierungslager werben. Der Sprecher der ostdeutschen CDU-Bundestagsabgeordneten, Arnold Vaatz, hat erklärt, er rechne nicht mit Abweichlern in den eigenen Reihen. Gauck sagte dem Massenblatt "Bild", er hätte sich auch von Union und FDP aufstellen lassen. Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel ihn gefragt hätte, wäre seine Antwort begeistert ausgefallen. "Ich hätte mich gefreut und hätte Ja gesagt."

(Ag.)