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105 Jahre Eis am Stiel: Entstehung war reiner Zufall

CHINA HONG KONG BUN FESTIVAL
(c) EPA (Ym Yik)
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Der damals elfjährige Frank Epperson ließ eine Limonade versehentlich in eisiger Kälte stehen. Das Ergebnis war der erste Eislutscher. Erst als Erwachsener ließ er sich die Idee patentieren.

Wie das Eis auf den Stiel kam: Dem Zufall und der Vergesslichkeit eines Kindes ist diese Erfindung zu verdanken. Inzwischen sind es 105 Jahre her, wie der Verband der Schweizer Eisfabrikanten jetzt schrieb.

In einer Winternacht des Jahres 1905 mixte der elfjährige Frank Epperson aus San Francisco eine Limonade aus Wasser und aromatisiertem Brausepulver, rührte das Getränk mit einem Holzstäbchen und stellte alles zwecks Abkühlung vor das Fenster.

Abgelenkt durch ein Spiel vergaß er den "Soft-Drink" und ging später zu Bett. Als er am nächsten Morgen erwachte, erinnerte er sich an das Getränk. Zuerst wusste der Bub nicht, was er mit dem farbigen Klumpen Eis anfangen sollte, den er nun vorfand. Als sich das Eis in der Wärme des Zimmers vom Rand des Bechers abzulösen begann, kippte er den Inhalt des Bechers um und hielt das erste "Popsicle" (Eislutscher) in der Hand. Neugierig fuhr der Bub mit der Zunge über das himbeerrote Gefrorene und fand, wie er sich später erinnerte: "Es schmeckte köstlich."

Der Elfährige nahm - so die Schweizer Eishersteller - seine Kreation mit zur Schule. Seine Freunde schenkten der Schleckerei allerdings keine große Beachtung, und so geriet die Zufallsentdeckung in Vergessenheit.

Patentierung erst im Jahr 1923

Im heißen Sommer des Jahres 1923 jedoch - Frank Epperson war inzwischen Vater geworden - erinnerte er sich an seine "Erfindung". Inzwischen hatten auch die ersten Kühlschränke mit Tiefkühlfächern in den Haushaltungen Einzug gehalten. Epperson erkannte: Das ist der richtige Zeitpunkt, um den "Popsicle" zum Patent anzumelden.

Begründet wurde die Patentanmeldung in den USA mit gewundenen Worten: "Gefrorenes Eis am Stiel ist die fortschrittliche Methode, gefrorene Süßware in attraktiver Form und angebrachter Weise verzehren zu können, ohne sie dabei durch Kontakt mit Hand, Teller oder Gabel zu beschmutzen."

1925 verkaufte der Erfinder sein Patent und die Rechte bereits an die Joe Loewe Company in New York. Damit begann der weltweite Siegeszug der Eislutscher.

(Ag.)