Tennisnation

Jürgen Melzer machte Österreich fast wieder zu einer Tennisnation. Aber Stefan Koubek und Daniel Köllerer schafften es fast, ihrem Kollegen die Show zu stehlen.

Es war schon eine Weile her, dass der ORF ein Tennisspiel live übertrug. Abgesehen von einigen Davis-Cup-Duellen zählt Tennis nach der Ära Muster zumindest medial zu den Randsportarten. Jürgen Melzer hat mit seinem grandiosen Auftritt in Paris gezeigt, dass man die Tennisnation Österreich jederzeit wieder zu neuem Leben erwecken kann. Sein Spiel fesselte Tausende vor die Fernsehschirme und war Gesprächsthema unter Sportfans. Nur die bei weitem nicht so erfolgreichen Kollegen Stefan Koubek und Daniel Köllerer hätten dem 16. der Tennis-Weltrangliste beinahe die Show gestohlen. Dass sich die beiden bei einem Bundesliga-Match an die Gurgel gingen, sorgte weniger für Empörung als vielmehr für belustigtes Kopfschütteln.

Melzer und die Tennis-Clowns haben eindrucksvoll bewiesen: So schwierig es ist, Tennis wieder ins öffentliche Interesse zu rücken, so leicht ist es, es der Lächerlichkeit preiszugeben.

gerhard.hofer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.06.2010)

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