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IS-Chef getötet

USA veröffentlicht Video von Baghdadi-Angriff

Das Anwesen Bagdadis auf dem Video des Pentagon.
Das Anwesen Bagdadis auf dem Video des Pentagon.(c) via REUTERS (DEPARTMENT OF DEFENSE)
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Luftaufnahmen zeigen, wie Spezialkräfte in das Gelände eindringen. Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad: „Es gibt Tausende von Baghdadis. Wir wollen Gerechtigkeit sehen."

Das Pentagon hat erste Aufnahmen vom Angriff auf das Anwesen des IS-Anführers Abu Bakr al-Baghdadi veröffentlicht. Die körnigen, schwarz-weißen Luftaufnahmen zeigen US-Spezialkräfte, die auf das Gelände eindringen und Militärflugzeuge, die auf Kämpfer in der Nähe feuern. Das Video zeigt eine große, schwarze Rauchwolke, die aus dem Boden aufsteigt, nachdem Bomben Baghdadis Anwesen dem Boden gleichgemacht hatten.

Nicht zu sehen ist, wie Baghdadi während des US-Angriffs in Syrien in einen Tunnel flüchtet, wo er sich selbst in die Luft sprengte. Seine Überreste wurden zunächst für DNA-Tests an einen sicheren Ort gebracht und seine sterblichen Überreste auf hoher See bestattet.

Murad wurde auf Sklavenmarkt verkauft

Für Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad ist der Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat mit der Tötung des IS-Chefs noch nicht beendet. "Wir wollen nicht nur sehen, dass Baghdadi getötet wird. Wir wollen Gerechtigkeit sehen", sagte Murad am Mittwoch am Rande einer Veranstaltung bei den Vereinten Nationen in New York.

"Es war nicht nur Baghdadi. Wir müssen wissen, dass es Tausende IS-(Kämpfer) wie Baghdadi gibt. Und sie sind bereit zu tun, was er getan hat und sie haben es bereits getan", so Murad weiter. Es gehe darum, auch diese Tausenden anderen Jihadisten zur Rechenschaft zu ziehen. US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag verkündet, dass der Anführer des IS bei einer Spezialoperation des US-Militärs gestorben sei.

Die Jesidin Murad erhielt 2018 zusammen mit dem kongolesischen Arzt Denis Mukwege den Nobelpreis für ihren Kampf gegen sexuelle Gewalt als Kriegswaffe. Beide waren am Mittwoch anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des UN-Mandats zur Verhinderung von sexueller Gewalt in Konflikten im Hauptquartier der Vereinten Nationen zu Gast.

Murad selbst wurde wie Tausende weitere Jesiden im Irak Opfer der IS-Terrorgruppe. Die heute 26-Jährige wurde auf einem Sklavenmarkt verkauft. Ihrem zweiten "Besitzer" entfloh sie beim Kauf einer Burka. Murad verbrachte mehrere Jahre im deutschen Bundesland Baden-Württemberg, wo rund 1000 Jesidinnen aus dem Nordirak Schutz gefunden haben, und macht seit Jahren unermüdlich auf das Schicksal ihrer Leidensgenossinnen aufmerksam.