Nils Strunk als herrlich jugendlicher, darstellerisch wendiger Don Karlos.

"Don Karlos": Nachtdienst im Burgtheater

Kusejs Schiller-Inszenierung schenkt den Worten jeden Raum, den Augen wenig, beeindruckt und quält das Publikum: mit drei großartigen Darstellern, aber einem merkwürdigen Marquis von Posa.

Posa und Don Karlos sind tot, nach fast fünf Stunden ist es vollbracht. Stunden fast vollständigen Dunkels, in denen das spärliche Licht in der Mitte der Bühne manchmal nur ein Zugeständnis an die menschliche Natur zu sein scheint – man soll die Schauspieler ja doch irgendwie sehen können. Schwer tun soll sich das Publikum hier ganz offensichtlich mit dem Sehen, auch das Programmheft demonstriert es, das edel aussieht, aber kaum lesbar ist (zumal für das doch vorwiegend ältere Publikum des Burgtheaters): goldbraune Lettern auf dunkelbraunem Grund.