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Erdbeben-Gefahr

Großbritannien stoppt Fracking-Projekte

Eine Fracking-Anlage in der Nähe von Manchester
Eine Fracking-Anlage in der Nähe von Manchesterimago images/ZUMA Press
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Nach einem Bericht über die Gefahr von Erdbeben durch die Fördermethode wird es bis auf Weiteres keine Bewilligungen geben.

Wegen der Gefahr von Erdbeben setzt die britische Regierung das Fracking zur Gewinnung von Schiefergas aus der Erde aus. Energieministerin Andrea Leadsom sagte am Samstag, sie habe auf Grundlage eines Berichts der für die Öl- und Gasförderung zuständigen Aufsichtsbehörde OGA ein Fracking-Moratorium für England verfügt.
Die OGA hatte die seismischen Aktivitäten in der Nähe eines Fracking-Gebiets in Preston New Road in der nordwestenglischen Grafschaft Lancashire untersucht. „Nach der Prüfung des OGA-Berichts (. . .) ist klar, dass wir weitere inakzeptable Konsequenzen für die örtliche Bevölkerung nicht ausschließen können“, so Leadsom. Das Moratorium gelte mit sofortiger Wirkung. Solang es „keine neuen überzeugenden Beweise“ für die Unbedenklichkeit von Fracking gebe, werde die Regierung keine Projekte bewilligen.

Beim Fracking wird eine Mischung aus Wasser, Sand und Chemikalien unter Druck in Gesteinsschichten gepresst, die sehr fein verteiltes Gas oder Öl enthalten, das nicht frei fließen kann. Die Schichten werden auf diese Weise „aufgebrochen“, um die Rohstoffe herauszupressen. Großbritannien hatte Fracking in der Hoffnung gefördert, seine Abhängigkeit von Erdgas-Importen insbesondere aus Norwegen und Katar zu verringern.

Kritik von Umweltschützern

Nach einem Erdbeben im August wurde die einzige noch laufende Fracking-Bohrung bei Preston New Road von dem verantwortlichen Unternehmen Cuadrilla ausgesetzt. Das dortige Gasvorkommen umfasst nach Schätzungen des British Geological Survey bis zu 90 Billionen Kubikmeter und könnte damit Großbritanniens Gasbedarf für mehr als 1000 Jahre decken.

Die Fördermethode stößt nicht nur bei Umweltschützern, sondern auch bei den Bewohnern in der Umgebung von Fördergebieten auf Kritik. In einem Bericht zu den Staatsausgaben wurde jüngst bemängelt, dass Fracking hohe Kosten für die örtlichen Behörden verursache, weil es eine Reihe von Protesten nach sich ziehe und die Bohrungsstätten von der Polizei geschützt werden müssten.

(Red.)