Gartenkralle

Die Nacht, die alles verändert

Die erste Frostnacht taucht den Garten in einen anderen Aggregatzustand.
Die erste Frostnacht taucht den Garten in einen anderen Aggregatzustand.(c) Ute Woltron

Mit dem ersten Frost ist es vorbei mit Kübelpflanzen und Blütenstauden im Garten. Wir ziehen uns zurück, so wie die Eichkätzchen und die Kröten, und lassen das Gartenreich in Ruhe.

Später Herbst. In den Gärten herrscht auch ohne Gärtner Betriebsamkeit. Die Vögel fressen sich an Beeren und Samen fett, legen ein paar Gramm Speckreserven für den Winter an. Die Eichhörnchen haben es ebenfalls gnädig, durch Nussbäume und Haselsträucher zu turnen. Ihre Kobel sind längst gebaut und mit Blättern und Moos ausgepolstert, gleich mehrere müssen es sein, falls die Nager Ausweichquartiere brauchen, wenn sie von Räubern oder Parasiten gestört werden. Jetzt verbuddeln sie die Vorräte für die karge Winterzeit. Unten am Boden hat derweilen die Mäusepopulation ihren Höhepunkt erreicht. Die Katzen schleppen ihre prallen Wänste durch die Gegend und verweigern zu Hause das Futter, weil ihnen draußen die Lieblingsspeise nachgerade ins aufgesperrte Maul läuft. Um die Siebenschläfer ist es schon seit September beglückend still geworden, sie schlafen bereits und geben Ruhe bis Mai.