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Bundesliga

Die Stimmung in Hütteldorf kippt

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Während Rapid auf eine Präsidiumswahl mit Kampfabstimmung zusteuert, bekommen Stefan Schwab und Co. die akute Heimschwäche nicht und nicht in den Griff. „Jetzt kommt wieder Druck“, prophezeit der Kapitän.

Wien. Rapid muss sich auf turbulente Zeiten einstellen – und das nicht nur wegen der anstehenden Präsidiumswahl mit allen dazugehörigen Begleiterscheinungen. Auch in sportlicher Hinsicht herrscht seit der 0:1-Heimniederlage gegen St. Pölten Unruhe. „Jetzt kommt wieder Druck. Die Stimmung war bis heute gut, jetzt kippt sie ein bisschen“, meinte Kapitän Stefan Schwab.

Rapids Bilanz aus den bisherigen acht Saisonpartien vor eigenem Publikum steht bei zwei Siegen, zwei Remis und vier Niederlagen. Als Tabellenvierter liegen die Wiener nach 13 Runden schon 14 Punkte hinter Spitzenreiter Red Bull Salzburg, selbst der Dritte WAC ist sechs Zähler entfernt.

Obwohl die Meistergruppe derzeit nicht in Gefahr scheint, lässt der Auftritt gegen St. Pölten keine großen Hoffnungen auf eine Aufholjagd aufkommen. „Das war von jedem Einzelnen zu wenig“, gestand Schwab und ortete einmal mehr Mängel im Kreativbereich und im Zweikampfverhalten.

 

Kühbauers Kopfzerbrechen

Dass der Treffer der Niederösterreicher wohl irregulär war – Goalie Richard Strebinger wurde durch zwei im Abseits stehende Gegner die Sicht verstellt –, wollten die Hütteldorfer gar nicht mehr groß thematisieren. „Strebinger hätte den Ball nicht mehr gefangen, das muss man zugeben“, meinte Trainer Dietmar Kühbauer.

Die Ursachen lagen ohnehin in anderen Bereichen. „Wir haben offensiv nicht das abgerufen, was man abrufen muss, und es St. Pölten zu leicht gemacht. Wir haben nicht die Breite gesucht, die wir gebraucht hätten, haben oft falsche Entscheidungen getroffen. Fußball ist Zweikampf, das haben wir nicht abgerufen“, erklärte Kühbauer.

Die triste Heimbilanz wollte der Coach nicht überbewerten, immerhin habe seine Truppe im Allianz-Stadion zumeist gute Darbietungen hingelegt, die oftmals unbelohnt blieben. „Da etwas hineininterpretieren zu wollen, zu diesen Trainern gehöre ich nicht.“

Mehr Kopfzerbrechen bereitet Kühbauer die Ausfallsliste in der Offensive – gegen St. Pölten fehlten Fountas, Kitigawa und Schobesberger. „Über Wochen und Monate sehr gute Offensivspieler nicht zu haben, wird wahrscheinlich bis auf Salzburg keiner verkraften“, meinte der Coach.

Am 25. November wartet dann die Hauptversammlung, bei der es bei der Wahl des neuen Präsidiums zu einer Kampfabstimmung kommen dürfte. Präsidentschaftskandidat und Klub-Finanzreferent Martin Bruckner plädierte für die Zulassung von zwei Listen. Auch Rapid-Legenden wie Ernst Dokupil, Hans Krankl und Peter Pacult hatten gefordert, dass beide Listen zur Abstimmung kommen sollen. Dokupil und Co. stehen Klubsponsor und Unternehmer Roland Schmid nahe, der im Fall eines Siegs Michael Krammer als Rapid-Präsident beerben würde. (red.)

Sturm Graz – WAC 0:4, Rapid – St. Pölten 0:1, Mattersburg – Salzburg 0:3, Admira – Hartberg 0:1, Tirol – Altach 0:4.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.11.2019)