Schön, sie zu sehen: Uhren als Investment

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Uhren sind auch als Anlageform im Gespräch. Der größte Gewinn bleibt dabei die Freude, sie zu tragen.

Das Sparbuch unterm Kopfkissen hat als Anlageform mittlerweile die Attraktivität eines müden Gähnens. Was bleibt, sind Immobilien, Aktien, eventuell Kunst oder doch Gold? Die Aufzählung wäre mühelos weiterzuführen, die Frage, an welcher Stelle die Uhr als Anlageform rangiert, bleibt offen. Das liegt auch daran, dass Freude und Leidenschaft für Uhren die größte Motivation sein sollte, um sein Geld in Rolex, Patek, Audemars Piguet und Co zu investieren.

Längst hat die Uhr ihre Rolle in erster Linie als Zeitmesser zu dienen, eingebüßt. Immer schon spielt eine Uhr viele andere Rollen, sei es als Sammlerstück, Prestigeobjekt oder einfach nur als Objekt der Begierde. In diesem Mix mischen diverse irrationale, auch emotionale Beweggründe mit, man kann durchaus von einer Schnittmenge mit dem Kunstmarkt sprechen, die sich hier auftut. Ebenso ist der Uhrenmarkt im Gegensatz zu anderen Geschäftsfeldern weniger transparent, Marktpreise schwanken nicht selten sehr intensiv. Auch der Uhrensammler „Watchfred“ ist sich sicher: „Wer immer die Uhr als reine Wertanlage sieht, wird mit großer Wahrscheinlichkeit enttäuscht. Nur ganz wenige Stahl-Modelle von Rolex und Patek Philippe aus aktueller Produktion bieten aus heutiger Sicht vielversprechende Wertsteigerung.“ Und natürlich gilt auch hier: Je kleiner die Edition, je interessanter für Käufer.

Paul Newman mit seiner Rolex (und seiner Ehefrau) 1973 am Film Festival von CannesImago

Seltenheit und Originalzustand

Kommt die Sprache auf Vintage-Uhren wird es noch komplizierter und es bedarf Fachwissen und einen guten Riecher, um an Stücke in 1a-Zustand zu kommen, die in ihrem Wert stabil bleiben. Faktoren in diesem Gefilde lauten Seltenheit und Originalzustand. Hierbei empfiehlt es sich in jedem Fall mit dem Uhrenhändler seines Vertrauens zu sprechen. Noch größere Vorsicht ist in Sachen Online-Kauf geboten, denn am Markt tauchen nicht wenige, gut gemachte Fälschungen auf. Der gute alte Sager, „Vertrauen ist gut, Kontrolle besser“, hat in diesem Zusammenhang ganz besonderes Gewicht, vor allem wenn es sich zum Beispiel um die persönliche Rolex – ein gewöhnliches Edelstahlmodell – von Paul Newman handelt (Bild oben). Die wurde 2017 um 17,7 Millionen Dollar versteigert und gilt seither als teuerste Armbanduhr der Welt.

Aber es muss ja nicht gleich die Teuerste sein. Kleiner Geheimtipp von Uhren-Experten Tom Wanka: „Für meinen persönlichen Geschmack erhalten die großen Komplikationen von Jaeger-LeCoultre noch nicht die Akzeptanz, die sie eigentlich verdient hätten. Die Marke hat als langjähriger Werkelieferant für große Marken immer noch nicht die Anerkennung gefunden, die sie eigentlich verdient hätte.” Für welche Modelle Sie sich auch immer entscheiden mögen, es gilt: Blicken Sie, egal zu welcher Tageszeit, mit Freude auf Ihre Uhr, dann hat sich die Investition in jedem Fall gelohnt.