Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl
Affäre um Hofers Lieblingskünstler

Künstlergilde trennte sich von Odin Wiesinger: "Ein Politikum"

Odin Wiesinger
Odin WiesingerAPA/WALTER WOBRAZEK
  • Drucken

Mit Verspätung zieht die Gilde Konsequenzen für den völkischen Künstler und Frauenschmäher: "Unsere Gemeinschaft war eine eingetrübte Suppe, jetzt wird sie wieder klarer."

Die Sache eilte für die Innviertler Künstlergillde offenbar nicht. Bis zur außerordentlichen Jahreshauptversammlung Ende Oktober hat man gewartet, um den umstrittenen rechten Maler Odin Wiesinger hinauszuwerfen. Nun ist es geschehen, wie die "Oberösterreichischen Nachrichten"  berichteten: 61 Mitglieder stimmten dafür, fünf dagegen.

Bildhauer Walter Holzinger sieht einen „traurigen, aber notwendigen Schritt im Sinne der Grundidee unserer Gemeinschaft", zu deren Grundsäulen ein wertschätzendes Menschenbild zähle. "Unsere Gemeinschaft war eine eingetrübte Suppe, jetzt wird sie wieder klarer", so der Vereins-Vorsitzende.

Wiesinger, mit seiner Retro-Ästhetik als Lieblingskünstler von FPÖ-Chef Norbert Hofer bekannt, war heuer von der FPÖ für den Oberösterreichischen Landeskulturbeirat nominiert worden. Das hatte für viel Aufregung gesorgt, denn Wiesinger steuerte u. a. für die im Vorjahr eingestellte "Aula" sowie für das rechte Magazin "Info-Direkt" Werke bei. Als er dann in einem "profil"-Interview meinte, zur "Auschwitz-Lüge" gebe es "immer wieder neue Erkenntnisse", verlangte Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) seinen Rückzug, Wiesinger verzichtete schließlich.

Bekannt wurden auch seine grob sexistische Aussagen. „Selten so ein hässliches und dummes Stück Fleisch gesehen!“ (Wiesinger über Eva Blimlinger, Rektorin der Akademie der bildenden Künste). Oder: „So ein lou-lou, diese tittenbacher“ (über ORF-Moderatorin Lou Lorenz-Dittlbacher).

„Sagen Kabarettisten auch"

Den Rauswurf aus der Künstlergilde sieht der Maler als "Politikum", wie er den OÖN sagte. "Wegen ein paar lächerlicher Dinge, die Kabarettisten auch sagen, ausgeschlossen zu werden, ist ein Witz." Auf die Frage, warum er es nicht schaffe, sich eindeutig vom Nationalsozialismus zu distanzieren, meinte er: "Na hören Sie, ich muss mich von nichts distanzieren, wofür ich gar nicht bin. Jeden Tag laufen 100 Sendungen im Fernsehen: ,Führers Hund', ,Führers Toilette' - man wählt solche Titel, um auf seine Arbeit aufmerksam zu machen."

(APA)