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Wien-Döbling: Kameras für Schutzweg

(c) BilderBox (Erwin Wodicka)
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Nach dem tragischen Unfall eines Achtjährigen wird nun erstmals die Überwachung mit Videokameras getestet. In den nächsten Wochen werden die Kameras installiert, zu Schulbeginn soll die Anlage bereits in Betrieb sein.

WIEN. Erst am Montag wurde in Graz eine Fußgängerin auf dem Zebrastreifen von einem Lkw überrollt und lebensgefährlich verletzt: Damit starben in Österreich in nur drei Wochen drei Menschen bei Unfällen auf Schutzwegen, zwei wurden schwer verletzt. Nach dem Tod eines Achtjährigen, der auf einem Zebrastreifen in der Döblinger Hauptstraße/Ecke Pyrkergasse überfahren worden ist, will die Stadt Wien dort nun erstmals die Überwachung eines Schutzweges mit Videokameras erproben.

Auf der Suche nach einem passenden Schutzweg für einen Pilotversuch sei man schon vor dem Unfall gewesen, sagt Bernd Skoric, Verkehrssicherheitsexperte der Stadt Wien. Nun habe sich der Schutzweg in Döbling „angeboten“. Begleitet wird der Test vom Kuratorium für Verkehrssicherheit, das schon länger eine versuchsweise Überwachung von Schutzwegen gefordert hat. Installiert werden dafür drei „intelligente“ Kameras. Zwei messen das genaue Verhalten der Autofahrer, die sich dem Zebrastreifen nähern. Die dritte hat die Fußgänger im Blick und filmt sie auf ihrem Weg vom Gehsteig über die Fahrbahn. In Summe kann so eruiert werden, ob Autofahrer Fußgänger gefährdet haben. In Zukunft sollen Verstöße der Lenker damit auch geahndet werden können.

In den nächsten Wochen werden die Kameras installiert, zu Schulbeginn soll die rund 30.000 Euro teure Anlage bereits in Betrieb sein. Dauern wird der Versuch ein Schuljahr. Ziel sei, so Klaus Robatsch vom Kuratorium, die punktuelle Videoüberwachung auf ganz Österreich auszuweiten.

Noch im Juni soll der Schutzweg in Döbling konventionell weiter „aufgerüstet“ werden – obwohl er, wie Skoric betont, schon bisher gut abgesichert gewesen sei. Geplant sind Hinweistafeln vor der Straßenbahnhaltestelle, gelb umrandete Verkehrszeichen und Tempo 30.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.06.2010)