Handelsstreit

US-Verbraucher und Importeure sind Verlierer der Strafzölle

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US-Präsident Trump, im Bild mit Xi Jinping, wollte sich bei China mit Strafzöllen für das Ungleichgewicht im Handel revanchieren.APA/AFP/NICOLAS ASFOURI

Beide Gruppen bezahlen höhere Preise. Auch bringen die Strafzölle gegen China kaum Arbeitsplätze in die USA zurück.

Verlierer der US-Strafzölle auf chinesische Produkte von 2018 sind nach einer Studie der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) vor allem amerikanische Verbraucher und Importeure. Sie hätten heuer im ersten Halbjahr mit höheren Preisen für die Handelspolitik der Regierung gezahlt, berichtete die Organisation am Dienstag in Genf.

Erst seit dem zweiten Quartal habe China begonnen, die höheren Kosten seiner Produkte in den USA teils zu absorbieren durch niedrigere Exportpreise. Das mache aber nur acht Prozent aus, bei durchschnittlichen Zöllen von 25 Prozent. Die UNCTAD fördert den Handel zum Wohl der Entwicklungs- und Schwellenländer.

US-Präsident Donald Trump will China für seiner Ansicht nach unfaire Handelspraktiken mit Subventionen und Dumpingpreisen bestrafen. Andererseits sollen US-Hersteller profitieren, weil sie mehr Waren herstellen sollen, die bisher aus China eingeführt werden.

EU, Taiwan und Mexiko profitieren

Das funktioniere nur zum Teil, so die UNCTAD. Der Einbruch der chinesischen Exporte in die USA um 25 Prozent im ersten Halbjahr 2019 habe die Volksrepublik zwar 35 Mrd. Dollar (31,4 Mrd. Euro) gekostet. Gut 60 Prozent davon seien aber nicht durch heimische Produktion, sondern durch Einfuhren aus anderen Ländern ersetzt worden. Der Rest sei zum Großteil wahrscheinlich gar nicht oder durch heimische Produkte ersetzt worden. "Wenn man Arbeitsplätze in der Fertigungsindustrie zurückholen will, sind Strafzölle nicht der beste Weg", sagt UNCTAD-Ökonom Alessandro Nicita.

Neben Taiwan und Mexiko habe die EU am stärksten profitiert, durch zusätzliche US-Exporte im Wert von 2,7 Mrd. Dollar. Auch die Einfuhren aus Vietnam, Südkorea, Kanada und Indien seien gestiegen.

Die Analyse bezieht sich nur auf die Folgen der ersten beiden US-Zollrunden gegen China aus dem Jahr 2018. Die USA hatten zunächst neue Zölle auf chinesische Waren im Umfang von rund 50 Mrd. Dollar erhoben, dann zusätzlich auf Waren im Wert von 200 Mrd. Dollar. Die Verschärfung des Handelsstreits mit einer Erhöhung der Zölle und zusätzlichen Abgaben in diesem Jahr wurde nicht berücksichtigt, ebenso wenig die Folgen der chinesischen Gegenzölle.

(APA/dpa)