Pizzicato

Orbanisierung

Es ist schon eher ungewöhnlich, wenn die Ministerpräsidenten zweier benachbarter Staaten gleich heißen. In Ungarn gibt es bekanntlich schon seit Längerem Viktor Orbán, in Rumänien gibt es nun Ludovic Orban.

Und in der deutschen Bundesliga, bei RB Leipzig, gibt es auch noch einen Willi Orban. Womöglich wird der Papst künftig den Segen „Urbi et Orban“ spenden. Schon bisher war oft von einer Orbanisierung die Rede gewesen.

In Österreich haben wir es weniger mit ganzen Namen als vielmehr mit deren Anfangsbuchstaben. Allen voran dem K. In den Siebzigerjahren regierten hier Kreisky, König (der Kardinal) und Krankl. Und der Bundespräsident hieß Kirchschläger. Dann kamen Klestil, Klima und Kern. Und nun kommen Kurz und Kogler. Die letzte K.-u.-K.-Regierung hielt immerhin 51 Jahre lang. Damals schoss Ungarn den Ausgleich. Obwohl Willi Orban noch gar nicht mitspielte.

In Deutschland wiederum heißen alle Chefs der vergangenen Regierungen gleich: Merkel I, Merkel II, Merkel III, Merkel IV. Viele junge Deutsche haben in ihrem Leben noch nie einen anderen Namen gehört. Ob sich das noch einmal ändert, weiß man nicht. Wenn doch, könnte es zu einer Verösterreicherung führen – mit Kramp-Karrenbauer. (oli)

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.11.2019)