30 Jahre Mauerfall

Der Osten ist reicher, aber dennoch enttäuscht

In Tschechien ist der Ostblock-Klassiker Trabant heute nur noch aus Nostalgiegründen zu sehen.
In Tschechien ist der Ostblock-Klassiker Trabant heute nur noch aus Nostalgiegründen zu sehen.(c) REUTERS (David W Cerny)

30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer ziehen osteuropäische Ökonomen Bilanz über die Entwicklung ihrer Heimatländer. Sie fällt gut aus. Doch gerade in den turbulenten ersten Jahren haben sich viele Hoffnungen nicht erfüllt.

Wien. „Als die Berliner Mauer fiel, war ich elf Jahre alt“, erzählt Olga Pindyuk. „Zu jung, um wirklich zu verstehen, was passiert.“ Und anfangs veränderte sich ihr Leben am Westrand der Ukraine ja auch nicht sonderlich. Die Regale waren noch etwas leerer, die Warteschlangen noch länger als sonst. Das junge Mädchen ahnte nicht, dass in Berlin eben der Startschuss für den Zusammenbruch des kommunistischen Regimes in ganz Europa gefallen war. Als die Ukraine zwei Jahre danach ihre Unabhängigkeit erklärte, ging es hingegen Schlag auf Schlag. „Viele haben erhofft, dass sich alles schnell bessert – und wurden enttäuscht“, sagt die Ökonomin. Dem Kollaps der Sowjetindustrie folgten Hyperinflation, dilettantische Privatisierungen und Massenarbeitslosigkeit.

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