Jugendarbeitslosigkeit

Frühpensionen wirken sich negativ auf Junge aus

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Wie eine Studie des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit zeigt, hat ein höheres Pensionsalter einen positiven Effekt auf Junge. Höhere Löhne und mehr Jobs sind die Folge.

Dass die meisten OECD-Staaten versuchen, das faktische Pensionsantrittsalter zu erhöhen, um mit dem demografischen Wandel zu Rande zu kommen, wird nicht selten mit dem Argument in Frage gestellt, dass ein höheres Pensionsalter zu einer höheren Arbeitslosigkeit unter Jungen führen könnte. Insbesondere in Frankreich, wo das Pensionsalter von 60 auf 62 erhöht wurde, wurden Pensionsreformen nicht zuletzt in den vergangenen Jahren mithilfe dieses Arguments kritisiert. René Böheim von der Kepler Universität Linz und Thomas Nice von der Humboldt Universität Berlin kommen in einer aktuellen Studie des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) jedoch zu dem Ergebnis, dass es keinen empirischen Beweis dafür gibt, dass ein höheres faktisches Pensionsantrittsalter zu mehr Jugendarbeitslosigkeit führt. Das Argument sei demnach haltlos.

Denn der Austausch zwischen Jung und Alt sei de facto nicht vorhanden: Höhere Beschäftigungsraten bei Älteren bewirken höhere Beschäftigungsraten bei Jungen, wie die Autoren zeigen. Die Erhöhung des Pensionsalters erhöhe folglich sogar die Löhne der Jüngeren. Die unterschiedlichen Generationen würden sich also gegenseitig eher ergänzen denn austauschen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass eine Einsparung von Älteren keinerlei positive Effekte auf die Jobaussichten von Jungen hat. Eine Senkung des Pensionsalters hemmt die Anreize zur Weiterbildung und das Erlernen von neuen Skills, was in weiterer Folge zu einem niedrigeren Wirtschaftswachstum führt.

Hohe Jugendarbeitslosigkeit in OECD-Staaten

Ausgangspunkt der Studie ist die hohe Jugendarbeitslosigkeit, die in vielen OECD-Staaten nach wie vor ein großes Problem darstellt. In den vergangenen Jahren stieg die Jugendarbeitslosigkeit in den meisten Staaten - insbesondere während der Finanzkrise auch in EU-Ländern wie Griechenland, Irland, Spanien und Ungarn.

Zusammenfassend betonen Böheim und Nice in der Studie, dass Frühpensionierungen mit höheren Kosten verbunden seien und die generelle Nachfrage nach Arbeitskraft dämpfen könnten. OECD-Staaten, die ihre Sozial- und Pensionspolitik anpassen wollen, sollten demnach Anreize schaffen, das Pensionsalter zu erhöhen. Ein solches Vorgehen würde den Jungen keine Probleme bereiten; ein höheres faktisches Antrittsalter führe am Ende zu einer generell höheren Beschäftigungsrate.