Ausstellung

Das verschüttete jüdische Leben

Angesengte Bücher: Die unterirdische „Zeitkapsel“ offenbarte Spuren des Alltags wie der Zerstörung.
Angesengte Bücher: Die unterirdische „Zeitkapsel“ offenbarte Spuren des Alltags wie der Zerstörung.Klaus Pichler

Ein Zufallsfund im Keller einer Schule in der Wiener Malzgasse erinnert an das jüdische Alltagsleben bis zum Novemberpogrom 1938: zu sehen im Haus der Geschichte.

Wäre die Vitrine nicht, man könnte den Brandgeruch noch wahrnehmen, heißt es. Sehen kann man sie nun jedenfalls, die beiden improvisierten Wurfbrandsätze, die vor 81 Jahren auf die Malzgasse Nummer 16 gefeuert wurden. Zwei verwitterte, klumpige Büchsen. Jahrzehntelang lagen sie unter meterhohem Schutt im Keller des Gebäudes begraben, gemeinsam mit den Überresten der Zerstörung, die sie angerichtet hatten. Das erste jüdische Museum der Welt, eine jüdische Schule, eine Synagoge befanden sich an der Wiener Adresse, die beim Novemberpogrom 1938 zum Schauplatz der Verwüstung wurde. Die Sonderausstellung „Nicht mehr verschüttet“ im Haus der Geschichte versammelt nun in einer großen Vitrine Fundstücke, die vom jüdischen Leben bis 1938 erzählen.