Spitzenämter

Ein Belgier soll die EU befrieden

Charles Michel (r.) folgt am 1. Dezember Donald Tusk (l.) als EU-Ratspräsident.
Charles Michel (r.) folgt am 1. Dezember Donald Tusk (l.) als EU-Ratspräsident.Getty Images / Photonews

Charles Michel, neuer Präsident des Europäischen Rates, wird auf seine Erfahrung als politischer Kompromissmeister setzen, um den innereuropäischen Zwist zu beruhigen.

Brüssel. Dass diese Frage tatsächlich auf Henry Kissinger zurückgeht, ist nicht belegt – gestellt wird sie jedenfalls seit Jahrzehnten immer und immer wieder: Wen soll der Präsident der USA anrufen, wenn er mit der EU sprechen will? „Nun, ich gebe ihm gerne meine Telefonnummer, und auch jene von Ursula von der Leyen“, lautet die Antwort von Charles Michel, dem nächsten Präsidenten des Europäischen Rates, am Dienstag während eines Interviews im französischen Fernsehen. Der 44-jährige vormalige Ministerpräsident Belgiens tritt am 1. Dezember sein Amt als Präsident des Europäischen Rates an. Seit er Anfang Juli von seinen 26 europäischen Amtskollegen für diesen Posten erwählt wurde, bemüht sich der wallonische Liberale darum, Kooperation und Einvernehmen mit dem zweiten politischen Machtzentrum der Union auf der anderen Seite der Brüsseler Rue de Loi zu betonen, nämlich der Europäischen Kommission.