Nato entzweit Macron und Merkel

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Deutsche Kanzlerin widerspricht Frankreichs Präsidenten, der die Nato „hirntot“ genannt hatte. Macron reist am Sonntag nach Berlin.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron trifft Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Angaben seines Büros am Sonntag in Berlin. Zuvor sei ein Gespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geplant.

Am Abend werde Macron dann an einem Essen mit Zeugen des Mauerfalls im Jahr 1989 teilnehmen, teilte Macrons Büro am Donnerstag mit. Macron hatte zuvor für Wirbel in der Nato gesorgt, weil er dem Militärbündnis einen "Hirntod bescheinigte.

Merkel und Außenminister Heiko Maas widersprachen. "Die Nato ist in unserem Interesse, sie ist unser Sicherheitsbündnis", sagte die Kanzlerin.

Paris will stärkere europäische Zusammenarbeit

Hintergrund der deutsch-französischen Kontroverse ist die zunehmende Unsicherheit der Europäer, die USA könnten sich womöglich aus der Nato und gemeinsamen Einsätzen in Afghanistan oder dem Nahen Osten zurückziehen. US-Außenminister Mike Pompeo bezeichnete die Nato dagegen nach einem Treffen mit Maas in Leipzig als eine der wichtigsten Partnerschaften in der Geschichte überhaupt. Pompeo wird am Freitag in Berlin auch Merkel und Kramp-Karrenbauer treffen.

Frankreich wirbt für eine stärkere europäische Sicherheitszusammenarbeit. Dagegen halten Deutschland sowie die nord- und osteuropäischen Ländern trotz einer engeren EU-Kooperation die Nato und die verteidigungspolitische Zusammenarbeit mit den USA für unabdingbar. Macron begründete seine Haltung mit dem drohenden Rückzug der USA. Die Nato funktioniere nur, wenn der Garant der letzten Instanz als solcher funktioniere, sagte er dem "Economist". Man sollte die Realität der Nato angesichts des US-Engagements neu bewerten.

 

(Reuters)

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