Unglück

Österreicher in Namibia offenbar von Elefanten getötet

Österreichs Botschaft in Südafrika wurde von einer Reisegruppe über das Unglück informiert. Das Opfer stammt aus Oberösterreich. Die Touristen wurden wohl beim Campen überrascht.

Ein Tourist aus Österreich ist diese Woche in Namibia von einem Elefanten totgetrampelt worden. Der Mann war mit einer kleinen Reisegruppe unterwegs, als es zu dem Unglück kam.

Das Außenministerium bestätigte auf Anfrage der APA, dass die Botschaft in Pretoria in Südafrika von der Gruppe über die tödliche Elefantenattacke informiert wurde. Beim Opfer handelt es sich demnach um einen 59-jährigen Oberösterreicher aus dem Bezirk Ried im Innkreis, der gemeinsam mit seiner Frau und vier Freunden die Reise privat organisiert hatte.

Wüstenelefanten in der Region Kunene

Der Unfall trug sich Berichten zufolge in der Region Kunene im Nordwesten des Landes zu. Dort sollen die Reisenden an Fluss Huab (auch: Ugab) gezeltet haben. Das namibische Tourismusministerium gab bekannt, dass der Unfall auf einer nicht zum Camping geeigneten Stelle passiert sei. Vorerst war unbekannt, ob einheimische Guides bei den Österreichern waren oder nicht.

In der Region ist eine NGO namens „Elephant - Human Relations Aid" aktiv, die sich um lokale Populationen von Wüstenelefanten kümmert, Konflikte zwischen Elefanten und Bewohnern der Gegend zu lösen bzw. zu vermeiden versucht und „Elefantenwächter" ausbildet, also Personen, die im Umgang mit den Tieren geschult sind, ihr Verhalten vorhersehen und bestenfalls auf sie einwirken können.  

In Afrika, Indien, Sri Lanka und Südostasien werden Menschen immer wieder Opfer von Elefanten (bisweilen allerdings auch umgekehrt). In Botswana etwa sollen heuer zwei Menschen von Elefanten getötet worden sein, im Vorjahr starb deswegen eine deutsche Touristin in Simbabwe. Ein besonders schrecklicher Vorfall ereignete sich 2017 in Sambia, als ein aggressiver Elefant gleich zwei Reisende aus Belgien bzw. den Niederlanden tötete, im selben Jahr trampelte ein Elefant, der fürs Reiten abgerichtet war, ebenfalls in Sambia einen einheimischen Reiseführer tot.

Problematisches Ineinandergreifen der Lebensräume

Probleme ergeben sich etwa durch das Ineinandergreifen menschlicher Siedlungsräume mit den Lebensräumen der Tiere. Außerhalb abgegrenzter Schutzgebiete dringen Elefanten etwa gern in landwirtschaftliche Flächen vor, weil sie dort Futter finden. Sie beschädigen auch Objekte wie Zäune und Leitungen und brechen auf der Suche nach Nahrung sogar in Häuser ein. Die Menschen sehen das naturgemäß als Bedrohung und vertreiben die Tiere, bisweilen mit Gewalt, aber kommen dabei bisweilen auch selbst zu Schaden.

(APA)