„Rosmersholm“

Ideologisches Massaker in der Josefstadt

Braucht der Mann eine Tochter oder eine Geliebte? Rosmer (Herbert Föttinger) und Rebekka (Katharina Klar) in einer krassen Variation von Ibsens „Rosmersholm“ in der Josefstadt.
Braucht der Mann eine Tochter oder eine Geliebte? Rosmer (Herbert Föttinger) und Rebekka (Katharina Klar) in einer krassen Variation von Ibsens „Rosmersholm“ in der Josefstadt.APA/HERBERT NEUBAUER

Ulf Stengl hat Ibsens „Rosmersholm“ großräumig umgeschrieben. Katharina Klar begeistert als Anarchistin, die zwei Herren überrollt: Sehenswert.

Am Ende gibt's einen Blitz. Kann man sich mit einem Feuerzeug und edlen Spirituosen abfackeln? Oder ist doch ein Benzinkanister vonnöten? Das Josefstädter Publikum kam ins Grübeln bei „Rosmersholm“ von Ulf Stengl nach Ibsen. Überschreibungen werden solche Radikalbearbeitungen von Klassikern jetzt genannt, vom Originaltext bleibt nur das Skelett, der Plot, übrig – oder eben: der Stängel.

Auf einem abgeschiedenen Landgut haust ein seltsames Paar: Kulturwissenschaftler Rosmer, aus alter, nobler Familie, und Rebekka West, ein störrisches Punkmädchen. Rosmer und seine Gattin, Beate, haben die Heimatlose als eine Art Hausmädchen einquartiert, das Paar ist kinderlos. Die rabiate Rebekka zieht freilich mit ihrem unbehauenen Intellekt Rosmer in ihren Bann – und sie vernichtet Beate.