Unter 20 Euro

Sang Sang

Sang Sang
Sang Sang(c) Akos Burg

Seit 1989 gibt es das japanisch-koreanische Hanil in der Gumpendorfer Straße. Jetzt wurde es generalsaniert und als Sang Sang neu eröffnet – mit Erfolg.

Manche Lokale gibt es schon so lang, dass sie gar nicht mehr auffallen. Das Hanil in der Gumpendorfer Straße ist (oder vielmehr war) so eines. Vis-à-vis vom Café Sperl steht es seit einer gefühlten Ewigkeit für gute japanische und koreanische Küche. Genau genommen sind es heuer 30 Jahre. Wobei die Betreiber immer wieder Ableger in anderen Bezirken eröffnet haben, die in den meisten Fällen aber wieder verkauft wurden.

Jetzt aber wurde das Stammhaus in der Gumpendorfer Straße generalsaniert und als Sang Sang eröffnet. Optisch ist es kaum wiederzuerkennen, kulinarisch schon eher. Man spürt die nächste Generation, die das Lokal moderner, luftiger und heller gestaltet und einen stärkeren Fokus auf die koreanische Küche gesetzt hat. Das wird offensichtlich gut angenommen. Die Verjüngung hat auch ein ebensolches Publikum angezogen. Ohne Reservierung muss man hier schon früh auftauchen, um einen Tisch zu bekommen. Es dauert nicht lang, und das Lokal füllt sich. Man sitzt nur wenige Zentimeter vom Nachbartisch entfernt, darf sich davon aber nicht stören lassen. Denn sonst würde man all die Köstlichkeiten verpassen, die hier serviert werden. Neben Sushi, Sashimi und Maki (bei denen sehr guter Fisch zum Einsatz kommt) gibt es koreanische Klassiker wie Bulgogi, Bibimbap (heute würde man das wohl koreanische Bowl nennen, also eine Schale mit Reis, Gemüse, Salat und Fleisch oder Fisch), koreanisches BBQ, das mit einem kleinen Tischgrill gebracht wird, oder auch einen koreanischen Militäreintopf sowie andere Schmortöpfe und Suppen. Jener mit Rindfleisch, Gemüse, Glasnudeln, Ei und einer Portion Reis (Yukgaejang, 16,90 Euro) erinnert geschmacklich leicht an Gulasch und ist genau das, was man an kalten Novembertagen braucht. Gegrillter, marinierter Tintenfisch mit Gemüse und Reis (Ojingo Bokum, 15,90 Euro) heizt dank schöner Schärfe ordentlich ein. Man muss hier definitiv öfter vorbeikommen, um sich durchzukosten. Immerhin stehen hier Profis am Herd.

Sang Sang: Gumpendorfer Str. 14, 1060 Wien, Mo–Fr, 12–14.30, 18–23, Sa 18–23 Uhr, ✆ 01/58 77 941

www.diepresse.com/essen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.11.2019)