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Politische Offensive

Belgrad, Tirana und Skopje wollen "kleines Schengen" aufbauen

Noch vor Jahresende soll es den Bürgern von Nordmazedonien, Albanien und Serbien ermöglicht werden, zwischen den drei Staaten nur mit Personalausweis reisen zu können.

Nordmazedonien, Albanien und Serbien wollen durch eine Reihe von Maßnahmen den Waren- und Personenverkehr in der Region erleichtern und sie auch für ausländische Investoren anziehender machen. Erste Schritte wurden nach einem Treffen der Ministerpräsidenten Nordmazedoniens und Albaniens, Zoran Zaev und Edi Rama, mit dem Präsidenten Serbiens, Aleksandar Vucic, am Samstagabend in Ohrid angekündigt.

Wie Vucic am Sonntag für den Belgrader TV-Sender RTS erläuterte, sollen im Rahmen des sogenannten "kleinen Schengens" zuerst einmal die Grenzformalitäten beim Warenverkehr zwischen den drei Staaten beschleunigt werden, indem die zuständigen Kontrolldienste an der Grenze der drei Staaten rund um die Uhr arbeiten sollen.

Noch vor Jahresende soll es den Bürgern ermöglicht werden, zwischen den drei Staaten nur mit Personalausweis reisen zu können. Vereinbart wurde auch die wechselseitige Anerkennung von Arbeitsgenehmigungen, was die Region mit zwölf Millionen Einwohnern auch für potenzielle Investoren interessanter machen würde, erläuterte Vucic.

Zaev, Rama und Vucic wollen bei einem Treffen am heutigen Sonntag ihre Idee auch den Vertretern Montenegros und Bosnien-Herzegowinas präsentieren. Kosovos Präsident Hashim Thaci, der ebenfalls eingeladen wurde, hat die Teilnahme abgesagt. Die angekündigte regionale Initiative wäre sinnlos, solange sein Land nicht von Serbien und Bosnien-Herzegowina anerkannt werde, wurde Thaci von kosovarischen Medien zitiert.

(APA)