Buschfeuer

Behörden: Sydney droht "katastrophale" Brandgefahr

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"Katastrophale" Brandgefahr für Sydney vorausgesagt.APA/AFP/PETER PARKS

Durch die Brände in Australien gab es schon mindestens drei Tote. Die Behörden riefen für die Metropole Sydney die höchste Alarmstufe ausgerufen. Der Bundesstaat New South Wales verkündete den Notstand.

Bei verheerenden Buschfeuern in Australien ist keine Entspannung der Lage in Sicht - im Gegenteil: Die Behörden warnten am Sonntag vor sich verschlechternden Wetterbedingungen; für die Ostküstenmetropole Sydney riefen sie die höchste Alarmstufe aus und diagnostizierten eine "katastrophale" Brandgefahr. Bisher kamen landesweit drei Menschen in den Flammen um, rund 150 Wohnhäuser wurden zerstört.

Am Montag rief auf der Bundesstaat New South Wales für diese Woche den Notstand aus. "Durch die katastrophalen Wetterbedingungen können sich die Dinge sehr schnell verändern", sagte die Regierungschefin des bevölkerungsreichsten Bundesstaates, Gladys Berejiklian.

"Halten Sie sich um Gottes Willen vom Buschland fern", warnte sie die Menschen in der Region. Insbesondere am Dienstag solle es sehr heiß werden, zudem rechne man mit heftigen Winden. Eine Notstandserklärung ermöglicht es der Feuerwehr, alle staatlichen Ressourcen zu mobilisieren und Evakuierungen zu organisieren.

Eines der bisher drei Todesopfer wurde nach Angaben der Rettungsdienste in einem Auto gefunden, ein weiteres in einem ausgebrannten Haus nahe der Stadt Taree im Bundesstaat New South Wales. Zudem starb eine Frau trotz stundenlanger ärztlicher Rettungsbemühungen. Die Zahl der Toten könne noch steigen, sagte die New South Wales' Regierungschefin Berejiklian.

„Gefährlichste Buschfeuerwoche, die das Land je sah"

Nach Angaben der Feuerwehr mehr als 100 Verletzte, darunter 20  Feuerwehrleute. Tausende Bewohner der betroffenen Gebiete mussten ihre Häuser verlassen. Ein Feuerwehrmann sprach von einem "Pulverfass".

Bisher ist den Behörden zufolge eine Fläche von knapp einer Million Hektar Land betroffen, also 10.000 Quadratkilometern. Zuletzt war in New South Wales 2013 der Notstand ausgerufen worden, als heftige Buschfeuer im Gebirge Blue Mountains westlich von Sydney wüteten.

Nach Angaben der Feuerwehr sind 40 der 60 Brände in der Region derzeit außer Kontrolle. Für die Anrainer der Brandgebiete könne dies "die gefährlichste Buschfeuerwoche sein, die dieses Land je gesehen hat", sagte der Minister für die Rettungsdienste in New South Wales, David Elliott, am Montag.

In den östlichen Bundesstaaten New South Wales und Queensland brannten am Sonntag mehr als hundert Feuer, von denen einige außer Kontrolle waren. Große Landstriche in den betroffenen Regionen im Osten, aber auch im Bundesstaat Westaustralien, bereiteten sich auf gefährliche Bedingungen in den kommenden Tagen vor. Erstmals seit Einführung des Alarmstufensystems im Jahr 2009 wurde für Sydney eine "katastrophale" Brandgefahr vorhergesagt - die höchstmögliche Stufe.

Besonders betroffen war in den vergangenen Tagen die Stadt Taree. Bürgermeisterin Carol Sparks sagte dem Sender ABC, die Bewohner seien traumatisiert. "Die Flammen waren sechs Meter hoch und wüteten mit 80 Stundenkilometern."

Australiens Premierminister Scott Morrison nannte die hohe Zahl der Buschfeuer "unglaublich beunruhigend". Er fürchte, dass es weitere Tote geben werde. Er rief die Bevölkerung auf, sich in Sicherheit zu bringen und den Anweisungen der Rettungsdienste Folge zu leisten. Lokale Radiosender unterbrachen ihr normales Programm und sendeten Anweisungen, wie in Häusern und Fahrzeugen festsitzende Bewohner sich vor Flammen zu schützen versuchen können.

Ungewöhnlich lange Dürre

Auch mehrere Schulen standen am Wochenende in Flammen. Nach Behördenangaben mussten auch Notunterkünfte und Seniorenheime evakuiert werden. In einigen Gebieten waren die Bewohner von Fluchtrouten abgeschnitten und wurden daher aufgerufen, vor Ort irgendwo Schutz zu suchen. "Leider haben viele Menschen um Hilfe gerufen, aber wegen der Größe und Schnelligkeit der Feuer konnten wir nicht zu jedem vordringen, nicht einmal auf Straßen oder im Hubschrauber", erklärte die Feuerwehr von New South Wales.

Allein in Queensland, wo der Notstand ausgerufen wurde, waren am Sonntag mehr als 1.200 Feuerwehrleute gegen 50 Brände im Einsatz. Queensland habe in der Regel "keine derartige Feuersaison, wie wir sie dieses und letztes Jahr erlebt haben", sagte die Regierungschefin des Bundesstaates, Annastacia Palaszczuk.

Den Buschfeuern gingen eine ungewöhnlich lange Dürre, starker Wind, geringe Luftfeuchtigkeit und hohe Temperaturen voraus. Für den anstehenden Sommer in Australien werden Rekordtemperaturen erwartet.

 

(APA/AFP)