Bundesliga

Austria stolpert zum glücklichen Heimsieg gegen Mattersburg

Alexander Grünwald gegen Mattersburg
Alexander Grünwald gegen MattersburgGEPA pictures

Das 2:1 gegen die Burgenländer war alles, nur kein packendes Fußballspiel. Doch Violett verbucht wichtige Punkte, es fehlen aber sechs auf das Meister-Play-off. Fans kritisieren den Klubvorstand und erstmals auch Peter Stöger.

Austria-Heimspiele sind weiterhin kein Highlight. Das Spiel stockt, auf den Tribünen herrscht gähnende Leere und der Unmut zieht sich durch das ganze Stadion ob der bislang vollkommen verkorksten Saison. Immerhin landete Violett jetzt nach zuletzt zwei Niederlagen einen Sieg, gegen SV Mattersburg stolperte die Mannschaft von Trainer Christian Ilzer mit 2:1.

Grünwald (14.) und Ebner (50.) trafen für Austria, doch der Anschlusstreffer durch Bürger (77.) sorgte für Chaos beim Gastgeber. Ilzer stand an der Seitenlinie und schrie, ein weiterer Punkteverlust hätte den Klub schließlich endgültig in den Abstiegskampf gedrängt. Austria rettet drei Punkte, hat aber sechs Punkte Rückstand auf Hartberg, das auf Platz sechs thront. Noch sind acht Runden bis zur Teilung in Meister-Play-off und Qualifikationsrunde zu spielen. Die Mattersburger sind nach der fünften Niederlage in Folge Vorletzter.

Der hart umkämpfte Arbeitssieg stimmte Austrias Anhänger aber nicht milder. Die organisierte Fanszene verzichtete während der gesamten Partie auf Anfeuerungen und präsentierte stattdessen in regelmäßigen Abständen diverse Transparente, auf denen die Klubführung – vor allem AG-Vorstand Markus Kraetschmer, aber auch die sportlichen Leiter Peter Stöger und Ralf Muhr – stark kritisiert wurden. Ein Beispiel: „Um eure Fehler zu kaschieren, versucht ihr die Fanszene zu ruinieren! Vorstand raus!“

Talkabend für 19 Euro

Erstmals seit seiner Rückkehr an den Verteilerkreis wurde auch Peter Stöger Ziel der Kritik. Fotografen des Fanklubs wurden für das Spiel gegen Mattersburg die Akkreditierungen entzogen, selbst der Verkauf von Fanklubutensilien war an diesem Spieltag als Strafe für die Rauchwolken und dadurch verursachte minutenlange Unterbrechung gegen Lask untersagt.

Im Gegenzug soll der klamme Verein seinen Anhänger für 19. November einen Gesprächsabend mit dem Sportvorstand in Aussicht gestellt haben – für 19 Euro pro Kopf. „Von Fans, für Fans“ ist der Talkabend getauft worden, inbegriffen sind Getränke und Kaltspeisen. Auch das Länderspiel gegen Lettland wäre dann zu sehen. Darauf hatte auf Austrias Fantribüne aber offenbar keiner Lust, auf einem Transparent stand: „19 Euro für ein Gespräch mit Peter Stöger? Die Nöstlinger hat schon für weniger Märchen erzählt!“

Der Wiener Fußball bietet also auch abseits des Spielfeldes durchaus Unterhaltung. Nur, wie endet die Erzählung am Verteilerkreis? Das 2:1 gibt jedenfalls weiterhin Hoffnung, Ilzer erhielt zwei Wochen Ruhe. Und er hat in der Länderspielpause Zeit, an seinem 4-2-3-1-System zu feilen

(fin)