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Verkehrspolitik

Mautbefreiung: Grüne und Neos wollen ÖVP-Antrag zustimmen

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Auch Teile der Inntalautobahn sollen vignettenfrei werden. (Archivbild)APA/dpa/Sven Hoppe

Manche Autobahnstrecken sollen vignettenfreie Zonen werden. Die Grünen und die Neos stimmen einem ÖVP-Antrag nach Änderungen zu.

In der Sitzung des Budgetausschusses des Nationalrats am Montagnachmittag könnte sich eine Mehrheit für die von der ÖVP gewünschten fünf Vignetten-Ausnahmestrecken ergeben. Grüne und Neos dürften dem türkisen Antrag auf Mautbefreiung auf den fünf Strecken zustimmen, bestätigten Abgeordnete einen Bericht der "Tiroler Tageszeitung" ("TT") vom Montag.

Konkret geht es um die Inntalautobahn A12 (Kufstein Süd), die Westautobahn A1 (Salzburg Nord), die Rheintal/Walgau-Autobahn A14 (Anschlussstelle Hohenems), die Linzer Autobahn A26 und die Mühlkreisautobahn A7 (noch zu bauende Bypassbrücke zwischen der Ausfahrt Hafenstraße und Urfahr).

Minister fürchtet um Einnahmen

Seit Wochen wird unter den Parteien heftig über diese Mautbefreiung gestritten. Die ÖVP hatte die Ausnahme zunächst nur für Kufstein und Bregenz versprochen. Dort ist die Belastung der Bevölkerung durch den Vignettenfluchtverkehr politisch weitgehend unstrittig. Dann meldeten auch Salzburg und die Oberösterreicher ihre Wünsche an.

Zusätzliches Öl in die Diskussion goss ein Bericht von Verkehrsminister Andreas Reichhardt zur Zukunft des österreichischen Mautsystems. Wie berichtet, fürchtet er bei Umsetzung dieses Antrags um die Existenz des Mautsystems am höherrangigen Straßennetz - und um Einbußen für die Asfinag von mindestens 28 Millionen Euro, bei weiteren Ausnahmen sogar bis hin zu 75 Millionen Euro und höher.

Reichhardt will den Ball zu den Ländern spielen: mit Mautpflicht oder Fahrverboten auf dem niederrangigen Straßennetz. Davon will die ÖVP nichts wissen.

ÖVP-Antrag wird adaptiert

In den vergangenen Tagen verhandelte die ÖVP intensiv für eine Mehrheit im Ausschuss. Diese könnte jetzt stehen. Im Vorfeld des Ausschusses zeichnete sich ab, dass sowohl Grüne als auch Neos zustimmen könnten. Die SPÖ werde indes eine Vertagung fordern, sagte Abgeordnete Selma Yildirim der "TT". Und die FPÖ wird im Ausschuss oder in der Plenarsitzung einen eigenen Antrag einbringen, sie will Kufstein als Pilotregion für die Prüfung einer Mautausnahme für alle neun Autobahngrenzübergänge durchboxen.

Der ÖVP-Antrag wird für die grüne und pinke Zustimmung adaptiert. Es soll eine Evaluierung bis Ende 2021 eingezogen werden. Damit soll einerseits die Wirksamkeit, andererseits der Einnahmenentfall der Asfinag überprüft werden, erklärten Neos-Verkehrssprecher Johannes Margreiter und der Tiroler Grünen-Nationalratsabgeordnete Hermann Weratschnig.  Die Mautbefreiung sei ein "wichtiger Schritt", vor allem für Kufstein, so Weratschnig. Zuletzt habe man auch Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Lösung für Salzburg ausräumen können. Dort soll bei der Messe ein Park-and-Ride-System installiert werden. Die Vignetten-Ausnahme würde dafür einen "Anreiz" darstellen.

Der ÖVP-Zeitplan sähe vor, den Antrag am Mittwoch im Parlament abzusegnen und mit 15. Dezember in Kraft treten zu lassen. (APA)

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