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Porr managt Fahrzeugflotte mit IoT

Die Bedingungen auf einer Baustelle sind mitunter herausfordernd. Um die Baufahrzeugflotte der Porr AG zu vernetzen, wurde eine individuelle Hardware-Lösung kreiert.

Das Management einer Baufahrzeugflotte für ein großes Bau-Unternehmen wie die Porr AG, in Österreich die Nummer 2 und europaweit die Nummer 18, bedeutete ursprünglich einen hohen manuellen Aufwand, da der Einsatz von Maschinen an unterschiedlichen Orten geplant werden muss. Außerdem müssen Ausfälle kompensiert und die Wartung der Maschinen geplant werden. Um einen effizienteren Einsatz der Maschinen zu ermöglichen und die Kosten zu senken, wurde der gesamte Maschinenpark vernetzt. Das Telekommunikationsunternehmen A1 hat die Baufahrzeugflotte der Porr AG mit einem maßgeschneiderten Flottenmanagement- und Asset-Tracking-System ausgerüstet.  Umgesetzt wurde das Projekt von A1 Digital in Zusammenarbeit mit dem Telematik-Spezialisten Rosenberger Telematics. Nach einem Pilotprojekt mit 100 Fahrzeugen wurde die gesamte Porr-Flotte mit dem System ausgestattet.

Robuste Hardware

Um den mitunter herausfordernden Bedingungen auf einer Baustelle standzuhalten, wurde eine individuelle Hardware-Lösung mit robusten Sensoren kreiert. Die Hardware wurde mit einem GPS-Empfänger sowie einer M2M-SIM-Karte ausgestattet. Im Zusammenspiel mit einer Software-Applikation werden nunmehr laufend Statusinformationen über das Mobilfunknetz versendet. Diese Informationen sind dann über ein zentrales Portal abrufbar. Insgesamt wurden über 4.000 Baumaschinen und Fahrzeuge mit einem Bordcomputer bestückt und digital vernetzt. Die Lösung trägt dazu bei, die Wartungskosten der Maschinen zu senken und die Wartungsprozesse zu optimieren. Zusätzlich können die Maschinen in Echtzeit geortet werden, was im Fall eines Diebstahls – wie er bei Baumaschinen gar nicht so selten vorkommt – ein nicht zu verachtender Vorteil ist. Ein ähnliches System hat A1 Digital auch beim mittelständischen Bauunternehmen Rosner Bau aus Kufstein implementiert.

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Arbeitseinsätze besser planen

„Die Säge muss zum Baum, nicht der Baum zur Säge.“ Dieser Satz stand am Beginn der Unternehmensgeschichte der deutschen, in der Region Stuttgart beheimateten Stihl AG. Gegründet 1926 mit dem Ziel, die Arbeit in der Forstwirtschaft durch den Einsatz von transportablen Motorsägen zu vereinfachen, ist Stihl mit mehr als 17.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 3,78 Milliarden Euro heute der weltweit führende Hersteller von Motorsägen. Die Geräte des Familienunternehmens werden in der Forst- und Landwirtschaft, aber auch in der Bauwirtschaft eingesetzt. Das Unternehmen bietet mittlerweile eine IoT-Lösung an, die es ermöglicht, Arbeitseinsätze besser zu planen und zu dokumentieren. Am Gerät wird dabei ein sogenannter Smart Connector installiert, der via Bluetooth die wichtigsten Gerätedaten an ein Smartphone oder Tablet überträgt. Über die Stihl App können dann die Gerätedaten digital abgerufen und Arbeitseinsätze geplant und dokumentiert werden. Das sogenannte Stihl connect pro Portal wiederum ermöglicht es dem User, den Standort aller Geräte zu überblicken.  Zusätzlich schafft das Portal „Transparenz für die Taktung von Wartungsarbeiten und hilft bei der Planung von Arbeitseinsätzen – für effizientes Flottenmanagement“, wie es in der Produktbeschreibung heißt.

Zusammenarbeit mit Wiener IoT-Start-up

Warum das Ganze auch aus österreichischer Sicht interessant ist? Nun, um seine digitale Kompetenz weiter voranzutreiben, arbeitet Stihl mit dem Wiener IoT-Start-up ToolSense zusammen. Die ursprüngliche Idee hinter ToolSense war die Entwicklung einer Anti-Diebstahl-Lösung für Baustellen, die in einem Prototypen umgesetzt wurde. 2017 gegründet, hat sich der Unternehmensgegenstand in Richtung Predictive Maintenance (vorausschauende Wartung) weiterentwickelt. Im Oktober 2018 berichtete das Start-up-Portal „der brutkasten“, dass der aws-Gründerfonds und Segnalita Ventures, hinter der Markus Langes-Swarovski steht, einen hohen sechsstelligen Betrag in das Unternehmen investiert haben. Zu den Kunden von ToolSense gehört auch Tyrolit, ein führender Anbieter von Schleif-, Trenn-, Säge-, Bohr- und Abrichtwerkzeugen.