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Frontradar: Probleme in Salzburg

Vor allem Tagaufnahmen der Temposünder sind zum Teil nicht verwertbar.

SALZBURG. Die seit Mitte April auf der Tauernautobahn (A10) in Puch und Niederalm bei Salzburg installierten neuen Radargeräte, die Bilder vom Lenker eines Wagens liefern, funktionieren immer noch nicht problemlos. „Es ist nur ein Teil der Bilder verwendbar“, bestätigte der Leiter der Salzburger Verkehrspolizei, Friedrich Schmidhuber, auf Anfrage der „Presse“.

Der Anteil der verwertbaren Aufnahmen sei zwar gestiegen, zufriedenstellend laufe die neue Technik aber dennoch nicht. Wenn ein deutscher Lenker, der auf österreichischen Straßen zu schnell erwischt wird, seine Strafe nicht freiwillig bezahlt und den Bescheid beeinsprucht, benötigen die Behörden ein Beweisbild, auf dem auch das Gesicht des Lenkers erkennbar ist. Die neuen Kameras sollen solche Bilder liefern.

Die Geräte in Salzburg machen zwei Aufnahmen: ein herkömmliches Radarbild, das den Wagen mit Kennzeichen von hinten zeigt, sowie eine Frontfotografie vom Lenker. „Je nach Lichtverhältnissen oder Neigungswinkel der Windschutzscheibe ist der Lenker bei der Frontfotografie nicht erkennbar“, schildert Schmidhuber das Problem.

Während bei den Aufnahmen in der Nacht die Temposünder gut zu sehen sind, sind die Bilder bei Tag nach wie vor nicht zu verwenden. Die Aufnahmen vom Lenker sind unscharf und damit für die Strafverfolgung bei Geschwindigkeitsübertretungen ungeeignet. Immerhin sind 60Prozent der Temposünder auf der A10 zwischen Golling und Salzburg aus dem Ausland.

Im Jahr 2009 gab es in diesem Abschnitt allein 20.000 Übertretungen. Im gesamten Bundesland Salzburg werden pro Jahr rund 300.000 Raser – Inländer und Ausländer – vom Radar geblitzt und danach angezeigt. In Wien, wo es auf der S1 und der A21 (Außenringautobahn) Frontradare gibt, passt allerdings die Qualität der Bilder bereits, heißt es bei der Asfinag.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.06.2010)