Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl
Release

“Drama Carbonara”: Romantikalarm am Wohnzimmertisch

Synthpopper Gutlauninger und das Drama-Carbonara Trio Tajana, Jasna und Asta (v. li).
Gutlauninger und das Drama-Carbonara Trio Tatjana, Jasna und Asta (v. li).(c) Wallner
  • Drucken

Der Comedy-Podcast “Drama Carbonara” von Tatjana Lukas, Asta Krejci-Sebesta und Jasna Hörth wurde im Wiener Mon Ami aus der Taufe gehoben.

Vor ziemlich genau 40 Wochen kam den drei Freundinnen Asta Krejci-Sebesta, Jasna Hörth und Tatjana Lukas die spontane Idee zu einem unkonventionellen Podcast. Sie wollten zu dritt jene romantischen Geschichten aus bunten Romanheften des Kelter-Verlages vorlesen, die Titel wie „Mein Geständnis“ oder „Herzrasen in deiner Nähe“ tragen und in denen die Geschlechterverhältnisse von Mann und Frau so gut wie immer noch sehr rückständig sind, der Mann immer der Beschützer,  Held oder Hallodri, die Frau immer das arme Hascherl ist.

Das Endergebnis dieses durchaus schrägen Hirngespinsts nennt sich „Drama Carbonara“ und wurde Sonntagabend in der Wiener Bar Mon Ami vor Publikum aus der Taufe gehoben. Vor dem Lesestart gab es ein „First Date“ für jeden Gast, nämlich einen selbst gemachten Kaffee-Likör. Nach einer Vorstellungsrunde durch den Retro-Austro-Synthpoper Gutlauninger im goldenen Glitzer-Anzug taten die drei Frauen, ironisch mit Haartolle und im Retro-Look, was sie ab 11.11. auch regelmäßig in ihrem professionell gestalteten Podcast tun wollen: Kitsch-Geschichten vorlesen und kommentieren. In jeder dritten Folge laden sie einen Gastleser ein, „das sind Leute, die wir lustig finden oder die eine tolle Stimme haben“, mal Freunde, mal prominente Gäste. Auch bei der Release-Party wurden Gastleserinnen auf das Sofa und hinter die Mikros gebeten. Jasna Hörth erklärte, sie und ihre Mitstreiterinnen seien „so etwas wie Leihmütter der Geschichten, denn es sind ja nicht unsere.“ Durch ihre Interpretation und Kommentierung würden sie aber sozusagen „ihr eigenes Baby“ daraus machen. Und Tatjana Lukas schickt gleich in der ersten Podcast-Folge eine Warnung aus: „Es geht auch sehr viel um Sex.“

In Drama Carbonara wird vor allem mit Geschlechterklischees, platten Sprachbildern und vorhersehbaren Handlungen in den Romanheften gespielt, aber die drei Erfinderinnen sagen: „Irgendwie findet man sich in jeder Geschichte wieder.“ Aufgenommen wird am Tisch in Astas Wohnzimmer und Lesestoff gibt es genug. Wenn die Romanhefte aus sind, böten sich auch alte „Bravo“-Hefte an.

Ab 11.11. überall, wo es Podcasts gibt. Mehr Informationen unter: www.dramacarbonara.at (awa)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.11.2019)