Schnellauswahl
Debatte

App zur Lehrerbewertung: Ministerin will kein Bashing

Einfach verbieten könne man App nicht.

Wien. Die App, mit der Schüler in Zukunft ihre Lehrer bewerten können sollen, will Bildungsministerin Iris Rauskala noch nicht bewerten. Während bei der Lehrergewerkschaft schon die Ankündigung der App die Alarmglocken läuten ließ, wartet Rauskala noch ab.

„Die Frage ist, ob sie für konstruktiv-kritische Feedbackkultur genützt wird oder ob es dort zu Vernaderungen oder Bashing kommt. Dann ist das natürlich ganz und gar nicht in unsrem Sinn“, sagte sie am Dienstag. „Schüler können künftig Lehrer bundesweit online mit Sternen bewerten, so wie Uber-Fahrgäste ihren Fahrer oder Airbnb-Mieter ihre Wohnungen“, heißt es in der Ankündigung der App. Demnach hat sie ein Schüler entwickelt, diesen Freitag soll sie online gehen. Die Lehrergewerkschaft will gegen die App rechtlich vorgehen: Man werde alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um sie zu verhindern, sagte laut „Kurier“ der oberste Lehrervertreter, Paul Kimberger.

 

Feedback ist vorgesehen

Rauskala sieht keine Grundlage, um als Ministerium gegen die App tätig zu werden. „Das ist eine private Initiative, die kann man nicht verbieten, sofern es dort nicht zu rechtlichen Problemen kommt“, sagte sie. Sollte es etwa zu Persönlichkeitsverletzungen kommen, sei die Lehrergewerkschaft aufgerufen, hier einzugreifen.

Apropos Bewertung: Es sei bereits in der 2017 beschlossenen Bildungsreform vorgesehen, an den heimischen Schulen eine Feedbackkultur einzuführen. Man sei gerade dabei, konkrete Änderungen auszuarbeiten. (APA/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.11.2019)