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Disney+ startet mit Ansturm und „enttäuschender“ „Star Wars“-Serie

Pedro Pascal spielt die Titelrolle in "The Mandalorian"
Pedro Pascal spielt die Titelrolle in "The Mandalorian"(c) Disney

In den USA startete der Streamingdienst von Disney. Das unerwartet große Zuschauerinteresse sorgte für technische Probleme. Dafür ist vermutlich auch „The Mandalorian“ verantwortlich.

Die Streamingdienste Netflix und Amazon Prime haben Konkurrenz bekommen. Anfang des Monats startete Apple (auch in Österreich) seinen Dienst Apple TV+, nun zog Unterhaltungsriese Disney nach. Am Dienstag ging dessen eigener Streamingdienst Disney + online – und hatte mit technischen Problemen zu kämpfen. Einige Kunden beklagten sich über Schwierigkeiten beim Einloggen oder beim Zugriff auf einzelne Inhalte oder Funktionen. Disney erklärte, man arbeite daran, die Probleme zu beheben. Das Interesse der Nutzer habe noch über den - bereits hohen - Erwartungen gelegen.

Disney startete den Dienst zunächst in den USA, Kanada und den Niederlanden. In anderen europäischen Märkten soll Disney+ im kommenden Jahr verfügbar werden. Inhaltlich setzt der Konzern auf seine populären Inhalte wie die „Marvel“- oder „Star Wars“-Filme, um Zuschauer anzulocken.

Auch die erste große Eigenproduktionen für Disney + stammt aus dem „Star Wars“-Universum: „The Mandalorian“ ist die erste Realserie aus George Lucas' Sternenkrieger-Saga. Darin kämpft sich der titelgebende Mandalorianer nach dem Fall des Imperiums durch die äußeren Bereiche der Galaxis. Dargestellt wird er von Pedro Pascal („Game of Thrones“, „Narcos“). Mit dabei sind auch Gina Carano („Deadpool“), Giancarlo Espasito („Breaking Bad“) und Nick Nolte („Hulk“) sowie der deutsche Regisseur und Produzent Werner Herzog.

Eine Folge pro Woche

Ersonnen hat die Serie Regisseur Jon Favreau („Iron Man“). Disney hat sich diese einiges kosten lassen: Insgesamt 100 Millionen Dollar soll der Konzern für die vorerst acht Folgen, von denen eine pro Woche veröffentlicht wird, ausgegeben haben.

Die ersten Rezensionen für die Pilotfolge fallen gedämpft aus. Die „Washington Post“ zeigt sich noch am ehesten begeistert und lobt, dass sich die Serie nach „Star Wars“ anfühle: „visuell fesselnd, unterhaltsam, abenteuerlich und leichtfüßig“ sei diese. „Spaßig“ findet auch der „Rolling Stone“ die mit 39 Minuten erstaunlich kurze Folge, die insgesamt wie ein Best-of von „Star Wars“ gemischt mit Westernklischees daherkomme.

Branchenmedium „Entertainment Weekly“ wundert sich darüber, wie billig die erste Folge wirke: „The Mandalorian ist Disneys Boba Fett: ein Söldner, harmlos genug für Kinder“. Mit der Serie noch härter ins Gericht geht der britische „Guardian“. Die „Star Wars“-Serie sei eine „staubige Enttäuschung“, die erste Folge nicht mehr als ein „Spaghetti-Western im Weltall“, und das klinge in der Theorie immer noch besser, als es in der Praxis aussehe.

Günstiger als Netflix

Die Einschätzungen der Kritiker sind eine Enttäuschung für Disney. Mit dem Start seines Streamingdienestes stellt der Unterhaltungsriese wichtige Weichen für seine Zukunft. Nicht nur seine Eigenproduktion hat sich Disney einiges kosten lassen, er lockt auch mit günstigen Abopreisen: Mit 6,99 Dollar pro Monat liegt dieser deutlich unter dem von Netflix.

Noch günstiger ist Apple TV+. Das Streaming-Angebot gibt es in den USA schon für 4,99 Dollar im Monat, in Österreich sind es 4,99 Euro. Zugang haben bis zu sechs Nutzer. Das Angebot ist allerdings eingeschränkt – noch beinhaltet es ausschließlich Eigenproduktionen.

Die Konkurrenz auf dem Streaming-Markt wird demnächst noch härter, denn auch der Kabelsender HBO, der unter anderem „Game of Thrones“ produzierte, will im Mai kommenden Jahres den Dienst HBO Max starten. Der Pay-TV-Sender gehört zum Konzern Warner Media, dem auch die Warner Bros. Studios und die Rechte an den DC Comics gehören. Auch ein Teil der Warner-Produktionen soll auf HBO Max zu sehen sein. Fix dort starten wird das „Game of Thrones"-Spin-off „House of the Dragon“.

>> Kritik in der „Washington Post“

>> Kritik im „Rolling Stone"

>> Kritik in „Entertainment Weekly"

>> Kritik im „Guardian"

(her/APA/dpa)