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Der Deal der Brexit-Partei mit Boris Johnson

Nigel Farrage hofft auf den Brexit und verzichtet in manchen Wahlkreisen daher auf Kandidaten.
Nigel Farrage hofft auf den Brexit und verzichtet in manchen Wahlkreisen daher auf Kandidaten.APA/AFP/PAUL ELLIS
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Die Brexit-Partei von Nigel Farage will in von Tories dominierten Wahlkreisen nicht antreten. Das beschert den Konservativen ein Umfrage-Hoch. Aber auch Labour könnte profitieren.

Die britischen Konservativen von Premierminister Boris Johnson sind nach dem teilweisen Rückzug von Kandidaten der Brexit Party aus dem Wahlkampf im Umfragehoch. In einer aktuellen Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Zeitung "The Times" führten die Tories mit einem Vorsprung von 14 Prozentpunkten vor der oppositionellen Labour Party.

Die Konservativen kämen demnach derzeit auf 42 Prozent der Stimmen, während Labour nur bei 28 Prozent läge. Könnten die Tories diesen Vorsprung bis zum Wahltag am 12. Dezember halten, wäre eine satte Mehrheit für Johnson wahrscheinlich. Weniger freuen dürfte den Premier aber die Tatsache, dass auch die Labour Party von dem teilweisen Verzicht der Brexit Party profitierte, wenn auch nicht so stark wie die Konservativen.

Farages Kampfansage an EU-Befürworter

Am Montag hatte der Chef der Brexit Party, Nigel Farage, überraschend angekündigt, seine Partei werde in 317 Wahlkreisen, die zuletzt von der Konservativen Partei gewonnen wurden, nicht antreten. Stattdessen wolle sie sich ganz auf Mandate konzentrieren, die im Parlament derzeit von Labour und pro-europäischen Parteien gehalten werden.

Das britische Mehrheitswahlrecht sieht nur Direktmandate vor. In jedem Wahlkreis gewinnt der Kandidat mit den meisten Stimmen einen Sitz im Unterhaus. Alle andere Stimmen verfallen.

Bis vor kurzem hatte Farage Schützenhilfe für die Tories von Johnson ausgeschlossen, solange die sich nicht zu einem EU-Austritt ohne Abkommen (No-Deal-Brexit) bekennen. Der Premier hofft bei der Wahl auf eine stabile Mehrheit, um seinen nachgebesserten Brexit-Deal durchs Unterhaus zu bringen. Den hatte Farage bisher abgelehnt - mit der Begründung, es handle sich nicht um einen "echten Brexit". Konservative Politiker befürchteten, die Konkurrenz von rechts könnte sie wichtige Stimmen kosten. Seinen Sinneswandel begründete Farage mit jüngsten Zusicherungen Johnsons, er habe es nicht auf eine enge Anbindung an die EU abgesehen.

Auf die Frage, ob ihn Trump zur Zusammenarbeit mit Premierminister Boris Johnson angewiesen habe, sagte er am Dienstag in einem Interview mit dem BBC-Fernsehen: "Nein, nein natürlich nicht". Das sei eine "wilde Verschwörungstheorie", Farage. Der Brexit-Vorkämpfer bezeichnete den Schritt als "einseitigen Pakt", eine Gegenleistung der Konservativen habe es nicht gegeben.

(APA/dpa)