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Raumnöte: Studierende mobilisieren für Proteste

Archivbild: Die Wiener TU
Archivbild: Die Wiener TU(c) imago/CHROMORANGE (imago stock&people)

Kein Platz, um in der Gruppe zu arbeiten oder zu essen: Studierende der TU Wien und der Universität Wien klagen über zu wenig Aufenthalts- und Lernräume. Kürzliche Protestaktionen seien bisher ins Leere gelaufen.

Wien. Einen Arbeitsplatz an der TU Wien müssen sich rund 29 Architekturstudenten teilen. Das rechnet Christian Kühn, Studiendekan der Fakultät, vor. „Dabei ist das wie das Chemielabor für einen Chemiestudenten“, sagt er der „Presse“. „Die Situation ist etwa im Vergleich zu Graz und Innsbruck elend.“

Mit Aktionismus wollen Studierende der TU und der Universität Wien auf einen Platzmangel an den Wiener Hochschulen aufmerksam machen. Bereits Ende Oktober hatten Architekturstudenten der TU das leer stehende Lokal Nelson's im Hof des Hauptgebäudes am Karlsplatz besetzt. Am Montag riefen sie neuerdings zum Protest auf.

Seitdem hätte sich wenig geändert, so das Kollektiv „Zeichensaal Nelson's“. „Wir haben nicht das Gefühl, dass das Rektorat ein Bewusstsein dafür hat, wie tiefgehend die Problematik ist“, so Philipp, einer der Organisatoren. „Es geht um die Qualität des Studiums.“

Eine Sprecherin der TU teilte der „Presse“ in einer schriftlichen Stellungnahme mit, dass Raumbedarf ein „stets präsentes Thema“ für die Universität sei. Sie verwies darauf, dass nach den Protesten neue Räume für die Studierenden zur Verfügung gestellt wurden. „Wir haben bis Dezember temporär zwei Ersatzquartiere bekommen“, sagt Organisator Philipp dazu. „Da ist aber keine Lösung für das Problem.“ Weitere Reaktionen habe es nicht gegeben.

Der Platzmangel betreffe auch andere Institute der TU. „Auch Studierende der Informatik, des Bauingenieurwesens und des Maschinenbaus erzählten uns von ähnlichen Problemen.“ Nun plane man größere Protestaktionen – auch mit Studierenden der Universität Wien.
„Die Uni Wien hat ein massives Platzproblem, vor allem in der Prüfungszeit“, so Jasmin Chalendi, Vorsitzende an der ÖH Wien. „Und so ziemlich alle Institute sind betroffen.“ Vergangene Woche veranstaltete ein Zusammenschluss aus den Studienvertretungen der Bildungswissenschaft und Sprachwissenschaft eine Aktionswoche, um auf Unzufriedenheit mit der Raumsituation am Institut in der Sensengasse aufmerksam zu machen.