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Pilotenvereinigung kritisiert Umgang mit kranken Mitarbeitern

Laudamotion-Beschäftigte würden sich in einer Zwangslage befinden.

Wien. Der Druck, den die Ryanair-Tochter Laudamotion auf Mitarbeiter im Krankenstand aufbaut, kann zu einem Sicherheitsrisiko führen, warnt die Pilotenvereinigung ACA (Austrian Cockpit Association). Laudamotion verschicke an Mitarbeiter, die im Jahr mehr als zehn Krankenstandstage haben, Aufstellungen „mit der Information, wie sehr die eigene, schlechte Performance dem Unternehmen schadet“, schreibt die ACA. Inzwischen hätten 30 bis 50 Personen so ein Schreiben erhalten. Wobei das Unternehmen nach APA-Informationen inzwischen zu mündlichen Ermahnungen übergegangen sein soll.

Eine neue Anwesenheitsrichtlinie des Unternehmens verlangt außerdem, dass sich Mitarbeiter zwei Stunden vor Dienstbeginn krankmelden müssen, wenn sie für einen Flugeinsatz nicht fit genug sind – sonst gilt die Abwesenheit als Dienstverweigerung. Auch müsse schon für den ersten Tag eine ärztliche Bestätigung vorliegen.

Man müsse aber bedenken, dass das Personal der Airline sicherheitsrelevante Aufgaben erfüllt, so die ACA. Sie seien „Piloten, die ein Flugzeug sicher fliegen und landen müssen, und Flugbegleiter, die für die Sicherheit der Passagiere in der Kabine verantwortlich sind – und das ist ihre Hauptaufgabe, nicht das Verkaufen von Drinks, Essen und vielem mehr“. Es sei „gut vorstellbar“, dass „diese aggressive Anwesenheitspolitik“ dazu führe, dass Piloten und Flugbegleiter krank im Dienst erscheinen. Das sei in einem konkreten Fall auch passiert, so die ACA. Kranke Flugzeugbesatzungen seien ein Sicherheitsrisiko. Ganz besonders, wenn sie Angst um den Job haben. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.11.2019)