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Schnee: Lage entspannt sich, Wochenende könnte Hochwasser bringen

++ THEMENBILD ++ WINTEREINBRUCH IN OeSTERREICH
Am Tag nach den ersten starken Schneefällen ist man vielerorts noch mit Schneeräumungen beschäftigt.APA/EXPA/LUKAS HUTER

Die heftigen Schneefälle vom Mittwoch wirkten auch einen Tag später noch nach. In Kärnten hat sich das Bundesheer in Bereitschaft versetzt.

Nach den heftigen Schneefällen in der Nacht auf Mittwoch waren Donnerstagfrüh in Osttirol noch immer rund 1.800 Haushalte ohne Strom, am Nachmittag waren es dann immerhin noch 800 Haushalte. Die Lage entspanne sich aber zunehmend, hieß es seitens der Tinetz.

 Bestes Flugwetter ermöglichte am Donnerstag Reparaturarbeiten an der Stromversorgung und Sicherungsarbeiten im Straßenbereich, teilte das Land in einer Aussendung mit. Im Einsatz standen neben dem Landeshubschrauber noch ein Black Hawk- und ein Agusta Bell-Helikopter des Bundesheeres. "Die Bundesheer-Hubschrauber unterstützen die Tinetz bei der Wiederherstellung der Stromversorgung und das Baubezirksamt bei der Befreiung von Bäumen vom schweren Nassschnee", erklärte Bezirkshauptfrau Olga Reisner.

Im Defereggen-, Villgraten- und Lesachtal blieben die Schulen am Donnerstag aber noch geschlossen. Auch für die Volksschulen in Anras, Mittewald, Assling und Prägraten am Großvenediger hieß es noch schulfrei. "Die Sicherheit der Schüler geht vor. Viele stünden sonst vor der Problematik, dass sie wegen Lawinensperren nicht mehr nach Hause kommen", so Reisner. Auch am Freitag werden noch einige Schulen geschlossen bleiben.

Drei Kärntner Schulen bleiben zu

Auch in Kärnten hat der starke Schneefall vom Mittwoch noch am  Donnerstag Auswirkungen. Wie das Land in einer Aussendung mitteilte, wurde zwar die Schulfrei-Verordnung wieder aufgehoben - allerdings blieben die Volksschulen Heiligenblut, Stall und Rangersdorf im Mölltal (Bezirk Spittal an der Drau) auch am Donnerstag geschlossen.

Entschuldigt waren am Donnerstag auch Schüler, für die der Schulweg wegen der Schneelage zu gefährlich war. Obwohl sich die Lage mittlerweile entspannt und der Schneefall aufgehört hat, waren Donnerstagfrüh noch einige Straßen gesperrt.

In der Steiermark entspannte sich die Schneesituation im Laufe des Donnerstagvormittags. Die Straße von Murau zum LKH Stolzalpe war zu Mittag auf einer Fahrspur von umgefallenen Bäumen soweit geräumt, dass ein Personalschichtwechsel durchgeführt werden konnte. Bis auf rund 200 Haushalte waren auch die Störungen im E-Netz beseitigt, teilten die Energienetze Steiermark  mit.

Niederschläge bringen Hochwassergefahr

Ein neuer Tiefdrucktrog soll in der Nacht auf Freitag weitere Niederschläge bringen. In mittleren Lagen von 1.500 bis 2.000 Metern Höhe werden 50 bis 85 Zentimeter Neuschnee erwartet, darüber bis zu einem Meter und lokal auch mehr. Auch starker Wind wurde prognostiziert. Orkanböen aus dem Süden können bis zu 120 km/h erreichen, hieß es.

Vor allem für Kärnten wurde auch vor Hochwasser gewarnt. Die Pegel an unterer Drau, Gurk, Glan und Vellach dürften in den Bereich des fünf- bis zehnjährlichen Hochwassers steigen.

Bundesheer in Bereitschaft

Das Bundesheer hat sich für mögliche Katastropheneinsätze in Kärnten in Bereitschaft versetzt. Laut einer Aussendung vom Donnerstag stehen für das Wochenende Soldaten, Hubschrauber und weiteres Gerät zur Verfügung, falls die zivilen Organisationen einen Assistenzeinsatz anfordern.

Zusätzlich zu den Villacher Pionieren und dem Jägerbataillon 26 in Spittal an der Drau stehen auch eigens formierte und ausgebildete Lawineneinsatzzüge für die Verschüttetensuche bereit. Am Hubschrauberstützpunkt Klagenfurt sind ab Donnerstagnachmittag vier Hubschrauber - Black Hawk S70, Agusta Bell 212 und Allouette III - stationiert. Sie sollen für Transport- und Erkundungsflüge im Süden Österreichs eingesetzt werden, aber auch um Bäume mithilfe des Abwinds der Rotorblätter von Schneelasten zu befreien.

Dieser Artikel wurde um 15:30 aktualisiert