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Demonstrantinnen verhindern Polanski-Filmpremiere

Gegen den Regisseur sind neue Vergewaltigungsvorwürfe publik geworden. Sein Film über die Dreyfus-Affäre konnte in einem Kino in Paris darum nicht aufgeführt werden.

Gegen den Regisseur sind neue Vergewaltigungsvorwürfe publik geworden. Sein Film über die Dreyfus-Affäre konnte in einem Kino in Paris wegen Protesten nicht aufgeführt werden.

Nach den Vergewaltigungsvorwürfen gegen Regisseur Roman Polanski haben Demonstrantinnen die Premiere seines neuen Films "J'accuse" (auf Deutsch trägt er den Titel "Intrige") in einem Kino in Paris verhindert. Dutzende Frauen blockierten Dienstag Abend den Zugang zu einem Filmtheater im fünften Arrondissment mit Spruchbändern wie "Polanski Vergewaltiger, Kino schuldig, Publikum Komplize". Daraufhin wurde die Vorführung abgesagt.

In einem anderen Kino in Paris konnte der Film schon aufgeführt werden. Auf den Champs-Elysées im "UGC Normandie" wurde das Historiendrama "J'accuse" mit Applaus gewürdigt. Der 86-jährige Polanski war nach Angaben von "purepeople.com" und mehreren Filmkritikern anwesend.

Soll damals 18-Jährige vergewaltigt haben

Die Frankreich-Premiere fand wenige Tage nach Missbrauchsvorwürfen der französischen Fotografin und Schauspielerin Valentine Monnier statt. Die 63-Jährige hatte in einem Medienbericht den polnisch-französischen Regisseur beschuldigt, sie 1975 als 18-Jährige in der Schweiz in seinem Chalet in Gstaad vergewaltigt zu haben. Polanskis Anwalt hatte den Vorwurf zurückgewiesen.

In den vergangenen Jahren wurde er bereits von drei weiteren Frauen des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Bis heute kann er zudem nicht in die USA einreisen, nachdem er 1977 Sex einer damals 13-Jährigen hatte und seither wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen polizeilich gesucht wird.

Schauspieler sagten Interviews ab

Nach Bekanntwerden der jüngsten Anschuldigungen sagten einige Schauspieler Fernsehinterviews ab, darunter auch Jean Dujardin, der die Hauptrolle verkörpert.

Der Film, der in Venedig mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde, handelt von dem jüdischen französischen Offizier Alfred Dreyfus, der 1894 in Paris zu Unrecht wegen angeblichem Landesverrat verurteilt wurde. Die Dreyfus-Affäre war einer der größten Justizirrtümer Frankreichs.

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(APA)

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