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Stationärer Handel mit neuen Konzepten

Mehr Gastronomie, Unterhaltungs- und Gesundheitsangebote - Der stationäre Handel bietet der Online-Konkurrenz mit neuen Konzepten die Stirn.

Dass der stationäre Handel in einem Umbruch steckt, ist mittlerweile kaum mehr zu übersehen. Die Experten von EHL und Regioplan sind dennoch optimistisch, dass er aus dieser Umbruchphase gestärkt hervorgehen wird. „Was es dafür braucht, sind Wille, Macht und Wissen, etwas zu verändern“, sagte Regioplan-Geschäftsführer Wolfgang Richter jüngst im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Laut Mario Schwaiger, Leiter des Geschäftsbereichs Einzelhandelsimmobilien bei EHL, ist man diesbezüglich schon auf einem guten Weg: „Immobilienwirtschaft und Handel haben Konzepte und Strategien entwickelt, um den grundlegend neuen Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen.“ Dazu gehörten unter anderem die Erhöhung des Anteils der Gastronomie, die verstärkte Etablierung von Unterhaltungsangeboten oder mehr Dienstleistungsangebote, insbesondere in den Sparten Gesundheit und Fitness. Als weiteres Erfolgsrezept wertet er Investitionen in Allgemeinflächen wie Kinderbereiche, Aufenthaltszonen oder Eventbühnen.

 

Positive Signale

Der Experte verweist in diesem Zusammenhang auf positive Signale, „die zeigen, dass der Online-Schock überwunden ist“. Dazu zählt er nicht zuletzt das zunehmende Interesse neuer internationaler Retailer an einer Expansion nach Österreich, von der in erster Linie Wien, aber auch Landeshauptstädte wie Salzburg, Graz, Innsbruck und Linz profitierten. Binnen zweier Jahre hätten mehr als 20 Ketten den ersten Schritt nach Österreich gewagt, darunter die niederländische Hema oder die norwegische XXL, berichtet Schwaiger.

Sein Fazit: Der Einzelhandel erfordere derzeit mehr Know-how und Risikobereitschaft als andere Teilmärkte, dafür seien bei Erfolg aber auch die Ertragspotenziale größer: „Es lohnt sich daher auch in Zukunft, in dieses Geschäftsfeld zu investieren, primär in Aufwertung und Neugestaltung von Bestandsflächen, dafür weniger im Flächenausbau.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.11.2019)