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Randerscheinung

Bekannte Glatzen gegen Mordsschluckauf

(c) Carolina Frank

Capital Bra ist also offenbar heute das, was zu meiner Zeit Telly Savalas war. Der Erste, der einem zum Thema Glatze einfällt.

Der Jüngste kommt mit einem Mordsschluckauf aus der Schule nach Hause. „Papa, was kann man da-ups-gegen machen?“, fragt mich der Bub, und es beutelt ihn schon wieder. „An zehn Menschen mit Glatze denken, hat man früher gesagt“, woran ich ehrlich gestanden auch ewig nicht mehr gedacht habe. „Capital Bra“, sagt er wie aus der Pistole geschossen (ein Bild, das zu Gangsterrappern passt, finde ich). Capital Bra ist also offenbar heute das, was zu meiner Zeit Telly Savalas war. Der Erste nämlich, der einem zum Thema Glatze einfällt. Nur dass damals die weiteren Glatzköpfe nach der Nummer zwei, dem Meister Proper, irgendwelche Großväter ohne Haare waren, während heute auf Platz zwei und drei vergleichsweise junge Menschen wie Arjen Robben oder Pep Guardiola folgen.

Auch die bekannten Glatzen im Umkreis sind alles Männer, die mit der Glatze modische Akzente setzen oder dem Haarausfall zuvorkommen wollen. Oder beides. Genau, und die Variante mit (Schnurr-)Bärten gab es ja auch noch, doch da ist es bei der aktuellen Bartmode fast schwerer, zehn Glattrasierte zu finden. „Also das hilft nichts. Weißt du sonst noch was?“, fragt der Bub, und das Schnackerl packt ihn dabei gleich wieder zwei Mal hintereinander. „Hm, erschrecken hilft angeblich, aber das hätte ich tun und nicht sagen sollen“, sag ich. „Und ein Glas Wasser in kleinen Schlucken trinken, das probieren wir noch aus.“ Wobei Wasser trinken, während man Schluckauf hat, auch nicht sehr angenehm ist, wie sich zeigt. Während ich das Glas wegräume, beginnt der Jüngste in einem herumliegenden Micky-Maus-Heft zu lesen. „Und?“, frage ich. „Und was?“, fragt er mich. „Na, das Schnackerl?“, antworte ich. „Weg“, sagt er und liest weiter. Und das nächste Mal frage ich ihn nach zehn Mitteln gegen Schluckauf.