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Niemand ist perfekt

Defizite? Mache das Beste draus

Inspiration für Millennials #22. Mit Young Science-Botschafter Gerhard Furtmüller die eigene Persönlichkeit entwickeln. Diesmal: Wo liegen Deine persönlichen Defizite?

In der letzten Kolumne habe ich darüber geschrieben, in welchen Situationen es für Dich geschickt ist, über den Dingen zu stehen. Heute zeige ich Dir, wie Du am besten mit Deinen persönlichen Defiziten umgehen kannst.

Defizite

Ich verstehe unter Defiziten solche Themen, mit denen wir in unserem Leben konfrontiert werden und welche uns dann in weiterer Folge noch intensiv beschäftigen. Dies kann beispielsweise wie bei Hermann Gmeiner, einem österreichischen Pädagogen, der frühe Verlust eines Elternteils sein, denn dieser hat bereits im Alter von fünf Jahren seine Mutter verloren. Das Ereignis muss aber nicht immer so tragisch wie bei Gmeiner sein. Bei anderen von uns kann es die Suche nach dem „richtigen“ Job oder nach dem passenden Partner sein, welche uns zeitweilig in unseren Handlungen einschränkt.

Pixabay

Energie wird geraubt

Nach meiner persönlichen Erfahrung bekommt jeder in seinem Leben zumindest zeitweilig „ein Thema“, das ihn intensiv beschäftigt. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema raubt in der Regel den Großteil unserer Energie, sodass uns für andere Dinge die Aufmerksamkeit und häufig auch die Kraft fehlen. Dieser Zustand kann bis zur vollkommenen Handlungsunfähigkeit führen.

Das Defizit als Kraftquelle

Daher ist es zentral, sich bewusst des eigenen „Themas“ anzunehmen, um in Folge einen angemessenen Umgang mit der jeweiligen Situation finden zu können. So hat Hermann Gmeiner, der die SOS-Kinderdörfer gründete, in späteren Jahren davon gesprochen, dass das Fehlen seiner Mutter zugleich die „Quelle seines Lebenswerks“ war. Das bedeutet, dass er trotz all der anfänglichen Trauer dennoch Kraft aus dieser tragischen Situation schöpfen konnte und schließlich vielen Waisenkindern eine Familie – und damit Hoffnung – gab.

Mache das Beste draus

Solltest Du bei Dir ein Defizit spüren, dann ist es in einem ersten Schritt wichtig, dass Du es Dir bewusstmachst und dies mit Vertrauenspersonen besprichst, um die Größe und auch die Bedeutung des Themas verorten zu können. Dabei wird das Ergebnis in vielen Gesprächen sein, dass Dein „Defizit-Thema“ zwar im Augenblick auf Dich massive Auswirkungen hat, aber es sich im Vergleich zu Hermann Gmeiner um eine kleine Angelegenheit handelt.

Wesentlich in einem weiteren Schritt ist, dass Du das Thema für Dich annimmst, um nicht durch Selbstmitleid Energie, die Du für die Bewältigung der Situation benötigst, zu verlieren. Daher frage ich Dich dieses Mal: „Wo liegen Deine persönlichen Defizite?“

 

Bei Fragen oder Anregungen freue ich mich auf ein Mail unter gerhard.furtmueller.presse@wu.ac.at.

Privat


Gerhard Furtmüller aka Doktor Furti ist Senior Lecturer am Department für Management der Wirtschaftsuniversität Wien und Young Science Botschafter. An der WU begleitet er jährlich Tausende Millennials auf ihrem Weg ins Berufsleben. Seine Publikationen zum Thema Motivationsaufbau sind u.a. im Harvard Business Review erschienen.