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Wien-Neubau verfrachtet parkende Autos in Garagen

Bezirksvorsteher Markus Reiter will in Neubau für günstigere Garagenparkplätze sorgen.
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Bis zu 600 Parkplätze werden durch U-Bahn-Bau und neue Bäume wegfallen. Bezirksvorsteher Markus Reiter will diese durch einem Deal mit Garagenbetreibern kompensieren.

In Wien-Neubau sollen bald weniger Autos am Straßenrand und dafür mehr in Garagen parken. Bezirksvorsteher Markus Reiter (Grüne) kündigte am Freitag einen Deal mit Garagenbetreibern an, wodurch ab 2020 insgesamt 750 Stellplätze zu einem vergünstigten Preis von maximal 100 Euro angeboten werden. Dadurch sollen auch wegfallende Parkplätze durch den U-Bahn-Bau und Baumpflanzungen kompensiert werden.

Durch die Bauarbeiten für die U2-Verlängerung, die in den kommenden Jahren rund um die Neubau- und Kirchengasse stattfinden, sowie durch Schanigärten im Sommer und die geplante Pflanzung von 100 Bäumen im Bezirk, würden 500 bis 600 oder 15 Prozent der Parkplätze im öffentlichen Raum wegfallen, sagte Reiter.

Garagenplätze als Übergangslösung

Als "Übergangslösung" werden nun also zumindest im kommenden Jahr - danach wird evaluiert und eventuell nachgebessert - preiswertere Garagenplätze zur Verfügung gestellt. 500 davon befinden sich im Bezirk, 50 weitere in unmittelbarer Nähe. Dazu kommen noch 200 Nachtparkplätze. Dadurch werde auch die Zeit für die Parkplatzsuche verkürzt, die derzeit laut Erhebungen im Schnitt 20 Minuten beträgt.

Laut Reiter kostet ein Garagenplatz im 7. Bezirk normalerweise zwischen 160 und 240 Euro. Zuschüsse von Stadt oder Bezirk für die günstigeren Plätze um höchstens 100 Euro gibt es nicht. Stattdessen macht der Vorsteher gewissermaßen kostenlos Werbung bei der Bevölkerung. Ein Brief mit der Bekanntgabe des Angebots soll demnächst an alle Neubauer Haushalte verschickt werden. Zudem gebe es sowieso viel ungenutzte Kapazitäten in den Garagen. "Die Plätze sind ja da", sagte Reiter.

Überhaupt ortet der Grün-Politiker einen Überschuss an Pkw-Abstellmöglichkeiten in seinem Bezirk, verwies er heute auf eine aktuelle Studie des Verkehrsplanungsbüros "Komobile". Demnach sind die Stellplätze seit 2012 sogar leicht gestiegen - von 14.921 auf zuletzt 15.149, rund zwei Drittel davon in öffentlichen und privaten Garagen. Obwohl die Anzahl der Einwohner im selben Zeitraum um 6,6 Prozent gestiegen ist, ging der Pkw-Besitz zurück. Nur mehr knapp jeder vierte Neubauer bzw. jeder zweite Haushalt im Bezirk besitzt ein Auto, sagte Romain Molitor von "Komobile". Zudem gebe es inzwischen in manchen Straßenzügen einen Radverkehrsanteil von über einem Drittel.

Neue Begegnungszonen kosten Parkraum

Die bis zu 600 Parkplätze an der Oberfläche fallen nicht nur durch den U-Bahn-Bau in den kommenden Jahren weg. In Straßen wie der Zoller- oder der Neubaugasse werden Abschnitte zu Begegnungszonen umgebaut bzw. begrünt. Das kostet ebenfalls Parkraum. Reiter wollte sich heute nicht festlegen, ob alle Stellplätze dauerhaft wegfallen. Aber warum solle man sie nach Jahren wieder zurückgeben, wenn es sowieso ein Überangebot gebe, meinte er auf Nachfrage.

(APA)