„Eiskönigin“ Elsa und ihre Schwester Anna kommen zum zweiten Mal ins Kino. Hier ist es allen Klischees zum Trotz übrigens ein Mann, der mit einem Tier (seinem Rentier) spricht.
Disney

Diese Prinzessinnen sind nicht zu retten

Disney vermarktet die Evolution seiner Prinzessinnen geschickt: Jede neue ist ein bisschen emanzipierter als die letzte. Die hilflosen Schönheiten von früher kann das nicht verdrängen.

Wer einen Haufen aufgetakelter Prinzessinnen unterschiedlichster Herkunft auf einmal sehen will, braucht dafür kein Disneyland-Ticket. Im Disneyfilm „Chaos im Netz“ von 2018 sitzen sie alle in einem Zimmer: Schneewittchen und Arielle, Mulan und Cinderella, Elsa und Anna, Pocahontas und Rapunzel. Sie kämmen einander die Haare und kuscheln mit ihren Tieren, als plötzlich die Rennfahrerin Vanellope auftaucht, die behauptet, auch eine Disney-Prinzessin zu sein.

Ist das möglich? Die anderen beginnen, Vanellope auszufragen – und fahren dabei alle Prinzessinnenklischees auf, die Disney über die Jahre (bis dato 82, um genau zu sein) kultiviert hat: Wurde sie vergiftet, verflucht, entführt oder versklavt? Spricht sie mit Tieren, hat sie den Kuss wahrer Liebe schon erlebt, fängt sie auch unvermutet zu singen an, wenn sie auf eine Wasseroberfläche starrt? Man könnte die Liste erweitern: Hat sie Barbie-Maße, eine helle Sopranstimme, ein liebliches Gemüt? Versetzt es sie in Entzücken, durch Zauberhand neu eingekleidet zu werden (oder aufzuräumen)?