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Glücksspiel: Krise trifft Novomatic

(c) APA (HELMUT FOHRINGER)
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Was das laufende Geschäftsjahr betrifft, teilt Konzernchef Wohlfahrt die Meinung jener Experten, die noch nicht klar ein Ende der Krise sehen.

Wien (eid). Wenn die Menschen weniger frei verfügbares Geld haben, haben sie auch weniger „Spielgeld“. Die Glückspielkonzerne investieren daher weniger in neue Geräte – was wiederum weniger Geschäft für die Novomatic bedeutet. Der österreichische Automatenproduzent und Casinobetreiber hat die Wirtschaftskrise 2009 mit einem Gewinnrückgang von 76 Prozent auf 59 Mio. Euro zu spüren bekommen. Der Umsatz fiel um drei Prozent auf 1,223 Mio. Euro. Inklusive der beiden Schweizer Gesellschaften erzielte die Novomatic-Gruppe einen Umsatz von 2,4 Mrd. Euro und ein Vorsteuerergebnis von 285 (nach 417) Mio. Euro.

Mit 125 Mio. Euro negativ zu Buche schlugen sich neben Wertberichtigungen für das Osteuropageschäft und den Automatenbestand auch der Rückzug aus Russland und die Insolvenz der britischen Octavian, an der die Novomatic beteiligt war. Konzernchef Franz Wohlfahrt begründete den Ergebnisrückgang auch mit den hohen Investitionen von 400 Mio. Euro in Forschung & Entwicklung, dem Einstieg in Italien in das Videolotterien-Geschäft sowie neuen Spielcasinos, etwa in Chile.

Was das laufende Geschäftsjahr betrifft, teilt Wohlfahrt die Meinung jener Experten, die noch nicht klar ein Ende der Krise sehen. „Die Sparpakete zur Budgetsanierung werden die Kaufkraft schmälern“, ist Wohlfahrt überzeugt. Er geht deshalb von einem Ertrag auf dem Niveau des Vorjahres aus, „die ersten fünf Monate bestätigen diese Prognose“.

Mit dem Vorwurf, das neue Glücksspielgesetz wäre eine „Lex Novomatic“, könne er sehr gut leben. Damit konterte Wohlfahrt Kritik, das Gesetz bevorzuge den Konzern. Es bringe eine Verschärfung der Zugangsbestimmungen und des Spielerschutzes sowie mehr Transparenz und helfe auch den Casinos Austria, weil die Spielbankenabgabe sinke.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.06.2010)