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Archäologie: Ältester Lederschuh entdeckt

Archaeologie aeltester Lederschuh entdeckt
(c) Reuters (HO)
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Das Stück aus einer Höhle in Armenien ist 5500 Jahre alt. Der Schuh hat Größe 37 und ist aus einem einzigen Stück Rindsleder gefertigt.

400 Jahre älter als Stonehenge, 1000 Jahre älter als die Pyramiden von Gizeh: Der Schuh, den Archäologen um Ron Pinhasi (University College Cork, Irland) in einer Höhle in Armenien gefunden haben, wird auf zirka 3500 v. Chr. datiert (PLoS One, 5, S. 1). Er hat Schuhgröße 37 und ist aus einem einzigen Stück Rindsleder gefertigt, auch der Verschluss erinnert an Mokassins. Er enthält eine Einlage aus Gras, ob sie dazu diente, den Fuß zu wärmen oder die Passform zu optimieren, kann man nicht sagen.

Getragen ist er jedenfalls, der Schuh, seine Form hat sich offenbar an den Fuß des Trägers oder der Trägerin angepasst. Aber er ist sehr gut erhalten, so gut, dass die Forscher ihn zunächst auf ein Alter von 600 Jahren schätzten. „Erst nach zwei Radiokarbondatierungen kapierten wir, dass der Schuh um ein paar hundert Jahre älter ist als die Schuhe, die der Eismann Ötzi trug“, sagt Pinhasi. Ötzis Schuhe waren freilich mit einer seperaten Profilsohle komplizierter aufgebaut.

Die ältesten erhaltenen Schuhe (etwa 7500 Jahre alt) wurden in einer Höhle in Missouri, USA; gefunden: Sie sind aber nicht aus Leder, sondern aus pflanzlichem Material. Die ältesten Darstellungen von Schuhen stammen aus der Höhle von Altamira (Spanien), sind also ca. 15.000 Jahre alt: Sie zeigen Jäger mit einer Art Stiefel. Dass Menschen schon viel früher, nämlich schon vor 40.000 Jahren Schuhe kannten, schließen Paläontologen aus Skelettuntersuchungen, vor allem aus der Bildung der Zehen. tk

("Die Presse" Printausgabe vom 10. Juni 2010)