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SVA-Kompromiss: Gesunder Lebensstil wird belohnt

SVA-Kompromiss: Gesunder Lebensstil wird belohnt
SVA-Kompromiss: Gesunder Lebensstil wird belohntSymbolbild (c) Bilderbox
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Die Wirtschafts- und Ärztekammer haben sich im Tarifkonflikt geeinigt. Versicherte die gesund leben, sollen weniger Selbstbehalt zahlen. Die Gesundheitsziele werden individuell mit dem Hausarzt festgelegt.

Der vertragslose Zustand für die Gewerbetreibenden ist seit Donnerstag zu Ende. Die Ärztekammer und die Sozialversicherung der Gewerbetreibenden (SVA) haben sich in der Nacht auf Donnerstag auf einen neuen Honorarvertrag geeinigt. Er soll rückwirkend mit 1. Juni wirksam sein.

Demnach erhöht die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) ihre Tarife durchschnittlich um 0,65 Prozent. Die Anpassung erfolgt, wie bereits in der im Herbst gescheiterten Vereinbarung geplant, gestaffelt: Die Hausärzte erhalten rund vier Prozent mehr, Labortarife werden heuer um 22 Prozent, ab dem Jahr 2011 um weitere fünf Prozent reduziert.

Versicherte müssen nicht mehr zahlen

Für die rund 676.000 Versicherten der Krankenkasse, die für alle Selbstständigen in Österreich zuständig ist, bedeutet die Einigung, dass sie ab sofort wieder mit ihrer E-Card zum Arzt gehen können. Zumindest gibt es eine entsprechende Empfehlung der Ärztekammer an ihre Mitglieder, den Patienten die Abrechnung mittels E-Card zu ermöglichen, wie Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl und sein Gegenüber Ärztekammerpräsident Walter Dorner bei einer Pressekonferenz  am Donnerstag sagten. Offiziell in Kraft treten soll die Vereinbarung am Montag, da zuvor noch die zuständigen Gremien zustimmen müssten.

An 2012 neuer Gesamtvertrag

Darüber hinaus haben Ärzte- und Wirtschaftskammer vereinbart, dass es ab dem Jahr 2012 einen neuen Gesamtvertrag geben soll, der SVA-Versicherten unter anderem flexiblere Arzt-Termine sowie ein Vertrauensarztsystem bringen soll. Außerdem ist ein Gesundheitsvorsorgesystem geplant: Erreichen die SVA-Versicherten bestimmte, mit dem Hausarzt gemeinsam festgelegte Gesundheitsparameter (zum Beispiel reduziertes Gewicht oder Cholesterinwerte), dann wird der bei jedem Arztbesuch zu bezahlende Selbstbehalt, derzeit zwanzig Prozent, halbiert. Ein großflächiger Pilotversuch dafür soll bereits 2011 erfolgen.

SVA-Einigung beim Heurigen

Der Konsens wurde in einer rund siebenstündigen Verhandlungsrunde zwischen SVA-Obmann und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl und seinem Stellvertreter Martin Gleitsmann sowie Ärztekammerpräsident Walter Dorner und dessen Stellvertreter Günther Wawrowsky bei einem Wiener Heurigen erzielt. Die Details dazu wurden nach der Verhandlungsrunde noch nicht genannt, sie sollen am Donnerstagvormittag bekanntgegeben werden.

Stöger: "Riesenerfolg für die Versicherten"

SP-Gesundheitsminister Alois Stöger hat die Einigung als einen "Riesenerfolg für die Versicherten" bezeichnet. Die Solidarität sei damit gewachsen, waren sich er und der Generaldirektor des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger, Josef Kandlhofer, vor Journalisten am Donnerstag in Linz einig. Es gehe um mehr Gleichheit im Gesundheitswesen, Österreich sei "Weltmarktführer", betonte Stöger.

Damit die Versicherten "in Zukunft vor derart untragbaren Situationen geschützt sind", will der Minister, wie er selbst sagt, das Instrument einer verbindlichen Schlichtung gesetzlich verankern. Der Zeitdruck dafür sei zwar jetzt nicht mehr so groß, erklärte Stöger. "Dennoch soll das Vorhaben in einem gebotenen Zeitraum umgesetzt werden."

(APA)