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Sexismus

Japanische Frauen dürfen bei der Arbeit keine Brille tragen

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SymbolbildREUTERS

Unter dem Hashtag #GlassesAreForbidden wird in Japan gegen die strengen Dresscodes, die fast ausschließlich Frauen betreffen, protestiert.

Wie weibliche Arbeitnehmer in Japan auszusehen haben, ist streng geregelt. Erst vor einigen Monaten wurde eine Petition gestartet, weil für viele Japanerinnen High-Heels am Arbeitsplatz verpflichtend sind. Jetzt wurde bekannt, dass in vielen Branchen zudem Brillen für Frauen verboten sind, wie "Business Insider" schreibt.

Im Artikel berichtet zum Beispiel eine Frau, die an der Rezeption eines Kaufhauses arbeitet, dass ihr Vorgesetzter Brillen verboten habe. Außerdem müssen die Frauen im Kaufhaus Pumps anziehen, ihr Make-up auf ein Minimum reduzieren und keine zu hellen Haare haben.

Eine andere Frau, die in der Serviceindustrie arbeitet, berichtet davon, dass sie von ihrem Vorgesetzten erklärt bekommen habe, Brillen seien unhygienisch. Wiederum andere Unternehmen sind der Meinung, dass Frauen mit Brille kalt, unfreundlich oder einfach zu intelligent aussehen würden. Auch Sicherheitsgründe werden ins Treffen gebracht. Männliche Kollegen werden von den Anweisungen ausgeschlossen.

Dass die Frauen an trockenen und gereizten Augen leiden, wird in Kauf genommen. Die strengen Dresscodes sind nahezu unumstößlich.

Als Reaktion auf den Artikel haben sich Kritiker auf Social Media unter dem Hashtag #GlassesAreForbidden formiert. Ob das etwas an den Arbeitsbedingungen ändern wird, ist fraglich. Zumindest aber könnte es für ein neues Problembewusstsein sorgen.

>> Artikel auf „Business Insider"

(chrile)