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Bilanzprüfung

Wirecard hat kein Testat für Bilanz 2017 der Singapur-Tochter

Laut Zahlungsdienstleister waren Einschränkungen für Prüfung des
Konzernabschlusses nach IFRS nicht relevant.

Die Singapur-Tochter des Zahlungsdienstleisters Wirecard hat kein Testat für die Jahresbilanz 2017 erhalten. Aufgrund der Einschränkungen durch Ermittlungen in Singapur seien Dokumente teilweise nicht zugänglich gewesen, erklärte Wirecard am Mittwoch. Daher habe sich der lokale Prüfer auf Basis des geltenden lokalen Rechnungslegungsstandards kein abschließendes Prüfungsurteil bilden können.

"Der lokale Abschluss wurde jedoch im Rahmen der Möglichkeiten ordentlich geprüft", erklärte der DAX-Konzern. Die Wirecard-Aktie fiel im Frankfurter Frühhandel um gut zwei Prozent.

Zuvor hatte das "Handelsblatt" unter Berufung auf Dokumente im Register der singapurischen Finanzaufsicht Acra berichtet, dass die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young (EY) das Testat für die Richtigkeit der Jahresbilanz 2017 verweigert hätten. "Wir können weder die Angemessenheit, Vollständigkeit und Richtigkeit des Jahresabschlusses feststellen, noch können wir den Umfang möglicher Anpassungen abschätzen, die in Bezug auf den Jahresabschluss der Gesellschaft erforderlich sein könnten", zitierte die Zeitung aus einem Dokument.

Wirecard erklärte, für die Prüfung des Konzernabschlusses nach IFRS seien diese Einschränkungen nicht relevant gewesen. "Die von Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erteilten uneingeschränkten Bestätigungsvermerke zu den Konzernabschlüssen und Konzernlageberichten für die Geschäftsjahre 2017 und 2018 bleiben daher davon unberührt." Sämtliche Veröffentlichungspflichten seien ordnungsgemäß eingehalten worden. "Der lokale Abschluss für das Geschäftsjahr 2018 ist kurz vor Fertigstellung."

 

(APA/Reuters)