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Konzernstruktur

Uniqa 3.0 - Versicherung will schlanker werden

Uniqa-Chef Andreas Brandstetter stellt den Konzern neu auf
Uniqa-Chef Andreas Brandstetter stellt den Konzern neu aufAPA/HERBERT NEUBAUER

"Wir wollen deutlich kundenorientierter, schlanker und effizienter werden“, sagt Uniqa-Chef Brandstetter. Fusionen von Gesellschaften sind geplant. Es wird weniger Vorstandsposten geben.

Der Uniqa-Versicherungskonzern hat heuer bis September das Ergebnis vor Steuern (EGT) leicht auf knapp 215 Millionen Euro verbessert. Einen vorjährigen positiven Einmaleffekt herausgerechnet, legte das EGT sogar um ein Drittel zu, teilte die Uniqa am Dienstagabend mit. Zugleich kündigte sie für 2020 eine Straffung der Konzernstruktur an, die eine Fusion der drei großen Gesellschaften in Österreich sowie eine Reduktion der Vorstandsposten bringen soll.

Das Neunmonats-EGT wuchs um 2,4 Prozent auf 214,7 (209,6) Millionen Euro, den vorjährigen Einmalgewinn aus dem Casino-Anteils-Verkauf von 47,4 Millionen Euro herausgerechnet, stieg es von 162,2 Millionen Euro aus um 32,4 Prozent. Die verrechneten Prämien stiegen leicht um 1,3 Prozent auf 4,10 Milliarden Euro. Die Combined Ratio (Schäden und Kosten gemessen an den Einnahmen) sank auf 95,9 Prozent. Das Kapitalanlageergebnis ging um 2,3 Prozent auf 433,4 Millionen Euro zurück, jedoch war der Neunmonats-Vergleichswert 2018 durch die 47,4 Millionen ao Casinos-Verkaufsgewinn aufgefettet.

In Schaden/Unfall nahm man bis September um 2,6 Prozent mehr ein (2,20 Milliarden Euro), im Gesamtjahr sollen es zwei Prozent Plus sein. Die weiter boomende private Krankenversicherung brachte um 4,6 Prozent mehr ein (856 Millionen Euro), heuer sollen es insgesamt drei Prozent Zuwachs sein. In Leben sanken die Einnahmen - wegen der niedrigzinsbedingt gedämpften Nachfrage - in den drei Quartalen um 3,7 Prozent auf 1,04 Milliarden Euro, auch im Gesamtjahr wird es ein Minus geben. In Summe erwartet die Uniqa im Konzern für 2019 ein Prämienplus von rund einem Prozent.

Das EGT soll 2019 über dem um den Casinos-Effekt bereinigten Vorjahresergebnis liegen. Weiterhin beabsichtige man, die jährliche Ausschüttung je Aktie auch kommendes Jahr wieder zu erhöhen.

Nur noch neun Vorstände

Als strukturelle Voraussetzung fürs neue Strategieprogramm "Uniqa 3.0", das Mitte 2020 vorgestellt werden solle, will der Konzern die drei großen Gesellschaften am Standort Österreich fusionieren - nämlich die börsennotierte Uniqa Insurance Group AG sowie ihre Töchter Uniqa Österreich Versicherungen AG und Uniqa International AG. "In Zeiten eines wirtschaftlich herausfordernden Umfelds und eines stärkeren Wettbewerbs wollen wir deutlich kundenorientierter, schlanker und effizienter werden", begründete CEO Andreas Brandstetter diesen Schritt.

Die Zahl der Vorstandsmitglieder, die in den drei Gesellschaften schon 2016 von 22 gesenkt worden war und aktuell elf Personen umfasst, soll auf neun sinken. Abgeschlossen sein soll die Fusion bis Ende September 2020, rückwirkend per 1. Jänner 2020, hieß es am Dienstagabend.

Bereits 2013 - vor der damaligen Mega-Kapitalerhöhung mit starker Streubesitzerhöhung ("Re-IPO") - und später 2016 war die Struktur gestrafft worden. Im Frühjahr 2016 wurde erklärt, die Hebung von Synergien, der Abbau von Führungskräften usw. solle einen relevanten zweistelligen positiven EGT-Millionen-Betrag bringen. Damals wurden vier Erstversicherer in Österreich verschmolzen.

 

(APA)