Studio. In der Hütteldorfer Straße teilt sich Schillinger sein Atelier mit anderen.
Substitute Phone

Klemens Schillinger: Der stille Beobachter

Der Designer Klemens Schillinger schaut den Menschen auf die Finger. Auch, wenn sie über das Handy wischen.

So passiv, harmlos und teilnahmslos, wie sie aussehen, sind sie nicht, die Dinge, die uns umgeben. Sie schubsen uns, verleiten uns, verführen uns. Doch manchmal helfen sie uns sogar. Wenn die Stuhllehne den Rücken stützt und die leichte Delle in der Sitzfläche die eigenen Körperdellen so gut ausgleicht, dass man plötzlich gute Gründe braucht, um wieder aufzustehen. Wie vom „Channel Chair", den der Wiener Designer Klemens Schillinger entworfen hat. Die formale Analogie ist der Wiener Kaffeehausstuhl. Diesmal aus gebogenem Aluminumprofil. Stapelbar ist er, das braucht weniger Platz. Und zerlegbar auch. Oder eher: zusammengesetzt aus Einzelteilen. Das spart sogar noch mehr Platz, lang bevor der Stuhl seinen eigenen bei den Nutzern gefunden hat. Beim Lagern und Liefern.