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Asylverfahren-Daten

Anwalt der deutschen Botschaft in Ankara festgenommen

Der „Spiegel“ berichtet über die Festnahme. Nun gibt es in Deutschland die Sorge, dass der türkische Geheimdienst dadurch Zugriff auf sensible Daten bekommen hat.

Ein für die deutsche Botschaft in Ankara tätiger Anwalt ist einem Bericht zufolge wegen Spionageverdachts festgenommen worden. Der türkische Jurist sei beauftragt gewesen, in der Türkei Informationen für Asylverfahren von türkischen Staatsbürgern in Deutschland einzuholen, berichtete der "Spiegel" am Mittwoch.

Die deutsche Bundesregierung befürchte, dass durch die Festnahme sensible Daten in die Hände des türkischen Geheimdienstes MIT gelangen könnten.

Der Anwalt hatte dem Bericht zufolge etwa bei Polizei und Staatsanwaltschaft abgefragt, ob gegen die Asylbewerber Verfahren in der Türkei laufen oder ob ihnen bei der Rückkehr in ihre Heimat Haft droht. Seine Erkenntnisse seien dann über das Auswärtige Amt an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) gegangen, das über Asylanträge entscheidet.

Heikle Daten

Nun fürchtet die Bundesregierung laut "Spiegel", dass türkische Behörden und der Geheimdienst MIT bei der Festnahme Daten und Akten von rund 50 türkischen Asylbewerbern in die Hände bekommen haben könnten. Schutzsuchende könnten von der Türkei drangsaliert oder bedroht werden. Mehrere Betroffene wurden laut "Spiegel" vom Staatsschutz gewarnt, dass der türkische Geheimdienst detaillierte Informationen erhalten haben könnte.

Die Festnahme des Anwalts erfolgte dem Bericht zufolge bereits Mitte September. Die deutsche Botschaft bemühe sich seither um seine Freilassung. Das Auswärtige Amt in Berlin bezeichnete die Festnahme dem "Spiegel" zufolge als "nicht nachvollziehbar". Der Jurist habe völlig legal und offen in der Türkei Informationen recherchiert.

>> Der Artikel auf „Spiegel Online"

(APA/AFP)