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Begonnen hat bei Gugler alles mit dem Thema Barrierefreiheit

Agenturchef ErnstGugler (l.) und Senior-Berater Martin Weber.(C) Gugler
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Die Jury fasziniert der lockere, natürliche Umgang des Kommunikationshauses Gugler mit dem Thema Inklusion.

Für das Unternehmen ist Barrierefreiheit im Web ein Schritt, der sicherstellt, dass in unserer Gesellschaft keine digitale Kluft entsteht. 

Die Gugler GmbH, geleitet von Agenturchef Ernst Gugler, ist St. Pöltens größte Kommunikationsagentur. Insgesamt beschäftigt man 120 Mitarbeiter – fünf davon sind Menschen mit Beeinträchtigung in verschiedenen Bereichen – von der Kundenberatung bis zur Endfertigung. „Neu dazugekommen ist ein Lehrling in der Administration“, sagt Martin Weber, Senior Berater und Agenturleiter Digital. Mitarbeiter mit Beeinträchtigung gibt es bei Gugler schon lang. Der dienstälteste Mitarbeiter mit Behinderung ist nahezu 25 Jahre im Betrieb.

„Mit fortschreitendem Wachstum wurden natürlich auch Förderungen ein Thema. Wir wollen allerdings ganz bewusst keine Alibi-Arbeitsplätze schaffen, sondern vielmehr Menschen eine Chance geben, sich sinnvoll einzubringen“, betont Weber.

 

Vielfältige Herausforderungen

Berücksichtigt werden sowohl Mitarbeiter mit psychischen Erkrankungen, mit Herzschrittmachern, chronischen Darmerkrankungen und Erkrankungen des Bewegungsapparats. „So vielfältig, wie die Handicaps sind, sind auch die Herausforderungen“, meint Weber. „Ein Umstand, der überall zum Tragen kommt, ist die geringere Flexibilität. Das muss bei der Arbeitseinteilung konsequent mitbedacht werden. Und wo häufigere oder längere Krankenstände notwendig sind, erhöht sich natürlich die Belastung für das Team, das den temporären Ausfall ausgleichen muss.“

 

Barrierefreiheit im Web

Seit drei Jahren forciert Ernst Gugler das Thema „Barrierefreies Webdesign“. Denn mit dem Voranschreiten der Digitalisierung geht gleichzeitig eine weitere gesellschaftliche Kluft auf. Menschen, die digitale Services nur eingeschränkt nutzen können, bleiben zunehmend von vielen Benefits ausgeschlossen. „Wir sehen Vielfalt als Reichtum und setzen uns daher aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein“, lautet Webers klare Ansage. „Aus diesem Selbstverständnis heraus haben wir die Schaffung eines österreichischen Standards für barrierefreie Websites angestoßen und maßgeblich an der Erarbeitung des Web Accessibility Certificate Austria (WACA) mitgewirkt.“

Das Umfeld reagiert unterschiedlich. „Auf individuelle Einschränkungen Rücksicht zu nehmen ist für manche anfangs vielleicht gewöhnungsbedürftig“, gesteht Weber. „Letztlich werden aber auch Kollegen mit Handicaps immer rasch als vollwertige Teammitglieder akzeptiert.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.11.2019)