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Kolumne

Genetik für die Führungskraft

Sprechblase Nr. 318. Warum „etwas in der DNA haben“ problematisch ist.

Ja, es stimmt. Für Führungskräfte ist es ein Grund zu jubeln und zu feiern, wenn die sogenannte Belegschaft die Werte der Organisation verinnerlicht hat und so gut wie eins mit dem Unternehmen geworden ist. Also voll und ganz für die Dienstleistung x und/oder Produkt y brennt.

Dann heißt es schnell einmal: Unsere Mitarbeiter – Achtung Sprechblase – „haben x/y in der DNA“. Alles eingebrannt im genetischen Code. Großartig, die zuständige Führungskraft darf sich ein bisschen wie ein Genetiker fühlen.

Und doch ist es mit der Jubellaune rasch wieder vorbei. Denn in der viel beschworenen vuca-Welt (volatil, ungewiss, komplex, ambiguid/mehrdeutig) geht es bei aller Beständigkeit um rasche Veränderungen.
Und genau dann ist das mit der DNA wieder gar nicht so praktisch. Weil es wahnsinnig umständlich ist, die DNA zu verändern.

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

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